Ratgeber Rucksäcke: Modelle und Größen im Vergleich

- Kategorie : Outdoor Ausrüstung

Welcher Rucksack passt zu mir?

Rucksack als FragezeichenBei der gigantischen Auswahl an Rucksäcken kann man sich als Outdoor Einsteiger schnell erschlagen fühlen. Wir wollen hiermit einen kleinen Leitfaden erstellen, an dem du dich orientieren kannst, um das geeignete Rucksackmodell für deine Touren zu finden.

Je länger du unterwegs bist, desto wichtiger wird schließlich ein perfekt sitzender, praktisch aufgeteilter und ausreichend großer Rucksack, der sich bequem tragen lässt und dein Gepäck sinnvoll und übersichtlich organisiert.

Dabei spielt nicht nur die Größe des Rucksacks, sondern natürlich auch das Tragesystem und die Ausstattung eine wichtige Rolle, damit dir der Rucksack möglichst viel Arbeit abnimmt und umgekehrt nicht zur Last fällt. Um die Auswahl der Rucksäcke einzugrenzen, steht dennoch am Anfang die Wahl der geeigneten Größe.

Finde die passende Größe

Der erste Schritt beim Rucksackkauf ist normalerweise die Wahl der passenden Größe, die sich an der Literzahl ablesen lässt. Dazu solltest du wissen, welche Touren oder Aktivitäten du überwiegend mit dem neuen Rucksack in Angriff nehmen willst.

Dabei handelt es sich bei den Größeneinteilungen natürlich nur um Richtlinien und Erfahrungswerte, die bei der Auswahl helfen sollen. Manch einer kann mit steigender Erfahrung feststellen, dass er auch die mehrtägige Tour mit einem minimalistischen Tagesrucksack bewältigen kann oder dass er auch für kürzere Touren gerne einen großen Trekkingrucksack auf dem Rücken hat. In den allermeisten Fällen bieten die Größeneinteilungen aber einen guten Ausgangspunkt, um das passende Modell zu finden.

Daypack – bis 30 Liter

Tagesrucksäcke bis ca. 30 LiterRucksäcke bis etwa 30 Liter Volumen werden unter dem Begriff Daypack oder Tagesrucksack zusammengefasst. Für den Spaziergang, den Arbeitsalltag, den Stadtbummel oder die klassische Tagestour reichen in der Regel die kleineren Modelle bis etwa 20 Liter aus. Wenn dickere Jacken, spontane Einkäufe oder mehr Verpflegung dabei sein soll, lassen sich die Modelle zwischen 20 und 30 Litern entspannter packen und bieten mehr Stauraum.

Innerhalb der Daypacks finden sich zudem viele spezialisierte Modelle, die zum Beispiel fürs Radfahren oder für Berufspendler in ihrer Aufteilung und ihren Features optimiert wurden.

Wander-/Tourenrucksack – bis 50 Liter

Die nächste Größenordnung bei den Rucksäcken bewegt sich zwischen 30 und 50 Litern und wird oftmals unter dem Namen Wanderrucksäcke oder Tourenrucksäcke eingeordnet. In dieser Kategorie findest du zum Beispiel die passenden Rucksäcke für klassische Jakobsweg-Wanderungen, Hüttentouren oder vergleichbare Aktivitäten, bei denen du mehrere Tage oder sogar Wochen unterwegs bist, aber unterwegs immer wieder Infrastruktur in Form von Unterkünften und Einkaufsläden vorfindest.

Tourenrucksäcke bis 50 LiterOb du dich dabei eher in Richtung 30 Liter oder 50 Liter orientierst, hängt zum einen von der Jahreszeit und damit der Dicke deiner Klamotten und zum anderen von deiner individuellen Tourenplanung ab. Wenn du jede Nacht in Herbergen übernachtest und daher nur Bekleidung, Kulturbeutel und Hüttenschlafsack brauchst, reichen die kleineren Modelle dieser Kategorie um die 35 Liter herum. Sind noch gefütterte Schlafsäcke, Isomatten, Kocher, Zelt oder andere Ausrüstungsgegenstände dabei – zum Beispiel bei Touren mit wechselnden Übernachtungen in Unterkünften oder im Zelt – sind die größeren Modelle um die 50 Liter interessanter.

Bist du im Winter unterwegs und willst zusätzlich auch im Zelt übernachten, können sogar eher die noch größeren Trekkingrucksäcke besser geeignet sein – vor allem, wenn du keine oder nur wenig Ultraleicht-Ausrüstung einpackst. Grundsätzlich decken die 30 bis 50 Liter großen Rucksäcke die meisten Einsatzzwecke ab und sind bei Tagestouren wie bei längeren Strecken dabei.

Trekkingrucksack – ab 50 Liter aufwärts

Trekkingrucksäcke ab 50 Liter aufwärtsWenn du überwiegend als Selbstversorger unterwegs bist, also im Zelt schläfst, selbst kochst und auch einen Teil der Lebensmittel schon im Gepäck hast, sind die Trekkingrucksäcke ab 50 Liter aufwärts meist die beste Wahl. Hier hast du ausreichend Stauraum, um Zelt, Isomatte, Schlafsack, Kocher und vieles mehr unterzubringen.

"Je größer desto besser" ist trotzdem kein geeignetes Motto, da du natürlich am Ende alles tragen musst. Die größten Vertreter der Trekkingrucksäcke mit einem Volumen von 70 Litern und mehr sind daher eher bei langfristigen Trekkingtouren oder Expeditionen über mehrere Monate im Einsatz. Die mittlere Größenordnung um die 60 Liter ist hingegen häufig zu finden.

Dieser Bereich ist sozusagen die klassische "Trekkinggröße", die für langfristige Touren ohne Unterbringung in Herbergen oder Hostels geeignet ist und vor allem bei längeren Backpacking Touren, Work-and-Travel Touren oder Fernreisen eingesetzt wird.

Rucksäcke mit flexiblem Volumen

Zu guter Letzt gibt es auch zahlreiche Rucksackmodelle, die nicht nur eine festgelegte Literzahl bieten, sondern die sich auf unterschiedliche Art und Weise im Volumen erweitern oder reduzieren lassen. Der Hersteller Deuter bietet zum Beispiel Modelle, bei denen hinter der Literangabe zum Beispiel mit Angaben wie +10 darauf hingewiesen wird, dass sich das Volumen erweitern lässt.Deuter Volumen nach oben erweitert

Bei Deuter wird diese Erweiterung (wie übrigens auch bei vielen anderen Herstellern mit verstellbarem Deckelfach) darüber erreicht, dass das Deckelfach nach oben verlagert wird. Damit wandert jedoch auch der Schwerpunkt weiter hoch, sodass hier mehr Aufmerksamkeit auf eine sinnvolle Packreihenfolge gelegt werden muss, damit der Rucksack dich nicht nach hinten oder zur Seite zieht. Wie du deinen Rucksack sinnvoll packen (und auch einstellen) kannst, haben wir in einem eigenen Blogartikel zusammengefasst.

Andere Modelle wie der Flex Capacitor von Sierra Designs lassen sich im Volumen erweitern, indem die vorderen Kompressionsriemen gelöst werden und der Rucksack dadurch nach vorne und in die Breite wachsen kann.

Flex Capacitor Volumen nach vorne erweitertAuch hier ist es natürlich wichtig, dass die schwersten Gegenstände nicht nach außen gepackt werden, um den körpernahen Schwerpunkt bewahren zu können. Diese Flex Capacitor Rucksackmodelle geben mit ihren Literzahlen wie 20-40 direkt die Bandbreite ihres Volumens an.

Neben der Möglichkeit zur Erweiterung des Volumens bieten nahezu alle Rucksäcke auch die eine oder andere Möglichkeit, das Volumen zu verkleinern. So kannst du bei manchen Rucksäcken wie den Osprey-Modellen mit FlapJack Abdeckung oder bei der Crown Serie von Granite Gear das Deckelfach abnehmen und so Gewicht und Volumen gleichzeitig reduzieren.

Damit deine Ausrüstung ohne den Deckel nicht ungeschützt offenliegt, übernimmt bei den Crown Rucksäcken der Rollverschluss dann den Schutz der Ausrüstung vor Staub und leichter Nässe, während Osprey hierfür die eben genannte Abdeckung eingebaut hat.Blaze mit und ohne Deckel

Darüber hinaus sind beinahe alle Rucksäcke mit Kompressionsriemen ausgestattet, mit denen du den Rucksack in Form ziehen kannst, wenn er nicht ganz vollgepackt ist. Unabhängig von den Größen kannst du schließlich noch zwischen höhenverstellbaren Modellen und Rucksäcken mit einer festgelegten Rückenlänge wie Short, Regular und Large wählen.

Diese Auswahlmöglichkeit ist vor allem bei Modellen ab 30 Liter aufwärts wichtig, denn je größer (und damit auch je schwerer) der Rucksack ist, desto wichtiger ist ein perfekt sitzendes Tragesystem, das zu deiner Rückenlänge und Haltung passt und das Gewicht ordentlich verteilen kann. Bei einem Tagesrucksack, in den auch nur leichtes Tagesgepäck wandert, spielt die Rückenlänge daher eine eher untergeordnete Rolle, da nur wenig Gewicht auf dem Rücken lastet.

Inwiefern das Eigengewicht des Rucksacks selbst eine Rolle spielt, erfährst du weiter unten bei den Ultraleichtrucksäcken. Produkte dazu findest Du im Shop unter ultraleichte Rucksäcke

Das passende Tragesystem finden

Hast du dich schließlich für eine Größe entschieden kannst du nun einen Blick auf die verschiedenen Tragesysteme werfen – vor allem, wenn dein Rucksack größer als ein Daypack sein soll. Am besten ist und bleibt natürlich die Anprobe vor Ort, aber auch beim Onlinekauf kannst du anhand der Produktbilder schon einen guten Eindruck davon bekommen, welche Art von Tragesystem eingesetzt wurde.

Der Klassiker: Schaumstoffpolster

Belüftung zwischen den Schaumstoffbahnen bei einem Tagesrucksack von DeuterZahlreiche Rucksäcke haben ein Tragesystem, bei dem die Rückenfläche, die Schulterträger und der Hüftgurt mit Schaumstoffpolstern ausgekleidet ist. Damit der Rücken nicht zu stark überhitzt, haben sich die Hersteller dabei einiges einfallen lassen. Entweder werden offenporige Schaumstoffe eingesetzt, die bei jedem Schritt die warme Luft ablassen und frische Luft nachziehen. Andere setzen auf einzelne Schaumstoffbahnen, zwischen denen die Luft zirkulieren und so für Abkühlung sorgen kann.

Klassisches Schaumstoffpolster-Tragesystem von DeuterWie dick oder dünn, wie weich oder fest ein Schaumstoff ausfällt, hängt dabei oftmals von der Größe des Rucksacks und dem Einsatzzweck ab.

Wer seinen Rucksack auch zum Klettern nutzt, braucht zum Beispiel eher ein möglichst schlankes, körpernahes und leichtes System (vielleicht auch mit abnehmbarem Hüftgurt) und keine voluminösen, schweren Polster, die die Bewegungsfreiheit einschränken könnten. Umgekehrt ist es bei langfristigen Wander- und Trekkingtouren von Vorteil, wenn das Gewicht des Gepäcks bequem gedämpft wird und so Druckstellen vermieden werden können.

Die Dicke des Schaumstoffs ist jedoch nicht allein ausschlaggebend. Wie gut sich das Gewicht auf die starken Muskelgruppen umleiten lässt und wie gut der Druck abgefedert wird, hängt auch vom Aufbau des Tragesystems, vom Rahmen und von der individuellen Passform ab. Viele der Tragesysteme mit Schaumstoff ermöglichen es dem Hersteller außerdem, die Rückenlänge höhenverstellbar zu gestalten.

Zusammengefasst bieten die Tragesysteme mit Schaumstoff also:

  • oftmals gute Dämpfungseigenschaften
  • eine eher körpernahe Passform
  • oftmals höhenverstellbare Systeme
  • aber auch ein höheres Eigengewicht

Netztragesysteme

Die zweite große Gruppe sind die Rucksäcke mit Netzrücken, bei denen der Fokus auf einer sehr guten Belüftung liegt. Damit diese Belüftung funktioniert, muss der Netzbereich einen gewissen Abstand zum Rucksack beibehalten, damit die Luft hier zirkulieren kann, weshalb die meisten Rucksäcke mit diesen Tragesystemen eine leicht gebogene Form erhalten.Exped Skyline mit verstellbarer Netzspannung

Bei manchen Modellen ist die Krümmung des Rucksacks festgelegt, bei anderen lässt sich die Netzspannung und damit die Wölbung einstellen. Eine solche Einstellmöglichkeit ist vor allem dann von Vorteil, wenn entweder unterschiedliche Personen den Rucksack nutzen wollen, aber auch wenn der Rucksack mal als gut belüftetes Wandermodell, mal als Alltagsmodell mit geradem Stauraum für Dokumente o.ä. genutzt werden soll.

In jedem Fall wandert der Schwerpunkt des Rucksacks durch diese Vorwölbung zumindest ein kleines Stück nach hinten, sodass hierbei abermals auf eine sinnvolle Verteilung des Gepäcks im Inneren geachtet werden sollte. Auch hat die Erfahrung gezeigt, dass vor allem Personen mit einem ausgeprägten Hohlkreuz oftmals besser mit gepolsterten Tragesystemen zurechtkommen, da die Krümmung des Rückens und die Krümmung des Rucksacks dabei oftmals weit auseinander liegen und die Gewichtsverteilung nicht mehr optimal funktioniert.

Ospreys Anti Gravity Tragesystem in der NahaufnahmeWährend vor einiger Zeit noch die meisten Netztragesysteme mit einem mehr oder weniger starren Netz ausgekleidet waren, hat der Hersteller Osprey mit seinem AntiGravity™ System neue Maßstäbe gesetzt und viele der einstigen Nachteile dieses Systems aufgehoben.

Seit der Einführung der Osprey AG Modelle, bei denen selbst die Schulter- und Hüftgurte mit einem voluminösen Netz hinterlegt sind, finden sich immer häufiger ähnliche Netztragesysteme, die mit einem dynamisch federndem Meshnetz ausgekleidet sind, das in seinen Dämpfungseigenschaften schon sehr nahe an die Schaumstoffpolster herankommt.

Durch die hohe Elastizität des Netzes passt sich das Tragesystem zudem besser an die individuelle Statur an und wirkt dem oben genannten Effekt bei Rücken mit Hohlkreuz ein wenig entgegen (zumindest besser als die starren Netze).

Auch im Bereich der Netztragesysteme gibt es höhenverstellbare Modelle oder festgelegte Rückenlängen.

Zusammengefasst findest du also bei den Rucksäcken mit Netztragesystemen:

  • eine verbesserte Belüftung des Rückens
  • ein relativ geringes Eigengewicht
  • je nach Modell jedoch weniger Dämpfung
  • eine vorgewölbte Passform, die den Schwerpunkt nach hinten verlagern kann

Darüber hinaus gibt es natürlich auch verschiedene Mischformen, bei denen gezielt Polster und Netzbereiche kombiniert werden sowie Rucksäcke, die für eine maximale Gewichtsersparnis komplett auf ein gepolstertes oder mit Netz ausgekleidetes Tragesystem verzichten. Letzteres wird weiter unten bei den Ultraleichtrucksäcken näher behandelt.

Welche Ausstattung/Features brauche ich?

Du weißt nun also ungefähr, wie groß der Rucksack sein soll und ob du ein bestimmtes Tragesystem favorisierst. Als weitere Entscheidungshilfe kann nun die Aufteilung der Fächer, die Ausstattung und die Features der Rucksäcke dienen.

Die allermeisten Rucksäcke besitzen als Grundausstattung ein Hauptfach, das von oben erreicht wird, einen Deckel mit kleinen Fächern und Seitentaschen für Trinkflaschen oder ähnliches. Darüber hinaus gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, den Rucksack weiter zu unterteilen.

Wie und wo öffnen

Granite Gear Nimbus Trace Access vorne geöffnetWenn du gezielt Ausrüstungsgegenstände ein- und auspacken willst, ohne dafür das komplette Hauptfach durchwühlen zu müssen, sind zum Beispiel Modelle mit separatem Bodenfach interessant. Meist gibt es hier einen Zwischenboden, den du mit Gurtbändern oder Reißverschlüssen einziehen oder offenlassen kannst.

Diese Bodenfächer sind von außen erreichbar und werden oft auch als Schlafsackfach bezeichnet, da viele Outdoorer gerne nach Ankunft in der Herberge zunächst ihren Schlafsack auspacken und schon einmal das Bett reservieren wollen, ohne gleich den ganzen Rucksack auspacken zu müssen.Seitentasche mit oberer und seitlicher Öffnung bei Osprey

Darüber hinaus bieten manche Modelle auch seitliche oder frontale Reißverschlüsse, die direkt ins Hauptfach führen. Bei umlaufenden Reißverschlüssen kannst du so den Rucksack wie einen Koffer öffnen und bequem ein- und auspacken, ohne dass die einzelnen Gegenstände nach unten rutschen. Beim Einpacken macht es dennoch Sinn, den Rucksack aufzustellen, da die Ausrüstung sonst verrutschen kann, wenn der Rucksack erst liegend gepackt und dann aufgerichtet wird.

Wenn du die Seitentaschen für Wasserflaschen verwendest, machen spezielle Systeme, wie vor allem Osprey sie verwendet, Sinn, da du hier die Flaschen auch im Gehen seitlich in die Taschen packen kannst, ohne dich zu verrenken. Wenn du statt Wasserflaschen gerne ein Trinksystem verwendest, sollte dein Rucksack eine entsprechende Vorbereitung – sprich eine Aufhängung für die Trinkblase und eine Öffnung für den Trinkschlauch – besitzen.

Funktionelles Zubehör

Und schließlich gibt es noch eine Vielzahl an weiteren Features wie separate Ultraleicht-Daypacks, die zum Beispiel beim Gregory Amber oder bei den Deuter Aircontact Pro Modellen dabei sind. Solche separaten Rucksäcke stellen dir z. B. bei langfristigen Trekkingtouren ein leichtes Tagesgepäck für den Stadtbummel zur Verfügung, damit du nicht immer mit dem großen Rucksack losziehen musst.

VIntegrierte Regenhülle bei einem Osprey Rucksackiele Rucksäcke bringen außerdem ihre eigene Regenhülle mit und haben gelegentlich auch besondere Befestigungslösungen für Helme oder Trekkingstöcke. Auch die Anzahl der äußeren Schlaufen (Daisy Chains) und außen angebrachten Taschen können je nach Ausrüstung und Einsatzzweck eine Rolle spielen, wobei die weiter unten erwähnten MOLLE Rucksäcke die größte Flexibilität bieten.

Unabhängig von Größe, Tragesystem und Ausstattung gibt es bei den Rucksäcken schließlich auch noch Sonderformen, die auf bestimmte Einsatzbereiche spezialisiert sind und entsprechend ganz eigene Vor- und Nachteile mit sich bringen. Dazu gehören vor allem die wasserdichten und ultraleichten Rucksäcke sowie die Rucksäcke mit MOLLE System.

Sonderformen und ihre Vor- und Nachteile

Wenn du ganz bestimmte Ansprüche an deinen Rucksack stellst, gibt es entsprechende Sonderformen. An dieser Stelle lassen wir jedoch die Rucksäcke für spezielle Einsätze, also Kletter-, Bike-, Canyoning- oder Office-Rucksäcke außen vor. Hier geht es eher um spezialisierte Eigenschaften:

Dazu gehören zum Beispiel die UL Rucksäcke, die auf minimales Gewicht abzielen, die wasserdichten Rucksäcke, die keine Regenhülle benötigen und die MOLLE Rucksäcke, die sich durch flexible Zusatzoptionen und extrem robuste Materialien auszeichnen.

UL Rucksäcke

Ultraleichter Elementum Rucksack von LitewayDer Vorteil dieser Sonderform liegt auf der Hand: Sie ist eben ultraleicht. Um das Gewicht so gering wie möglich zu halten, verzichten die Hersteller zum einen auf Features wie Deckelfächer, zahlreiche Taschen oder gepolsterte Tragesysteme und verwenden zum anderen ultraleichte Materialien.

Meist bestehen diese Rucksäcke aus einem einfachen Hauptfach mit Rollverschluss, das je nach Modell noch mit leichten Deckelfächern oder Seitentaschen ergänzt werden. Die Tragesysteme sind dabei minimalistisch bis gar nicht ausgeprägt, sodass du durch gezieltes Packen oder den Einsatz von Schaumstoffisomatten als Polsterersatz selbst für eine Dämpfung am Rückenbereich sorgen musst.

Entsprechend sind diese UL Rucksäcke auch auf leichtes bis ultraleichtes Gepäck ausgelegt – es macht schließlich wenig Sinn, am Rucksackgewicht zu sparen und diese Ersparnis 1:1 in mehr Gepäck umzuwandeln. Der Nachteil besteht also vor allem darin, dass der Tragekomfort weniger vorgegeben ist und du selbst mehr darauf achten musst, durch die Packreihenfolge und die Auswahl deiner Ausrüstung den Komfort zu erhöhen.

Wie schwer sollte der Rucksack selbst sein?

Natürlich trägt auch der Rucksack selbst seinen Teil zum Gesamtgewicht deines Gepäcks bei, das eine tragbare Grenze nicht überschreiten sollte. Ein kleineres Rucksackmodell, leichtere Materialien oder eine simplere Aufteilung kann daher durchaus Sinn machen, um das Gewicht deines Gepäcks zu reduzieren. Aber das Eigengewicht ist eben nicht alles.

Das wichtigste Kriterium bei der Wahl deines Rucksacks sollte vor allem sein, dass er sich bequem tragen lässt. Es macht wenig Sinn, den Rucksack aufgrund seines Eigengewichts auszusuchen, wenn er dafür im gepackten Zustand drückt, zieht und Schmerzen verursacht. Schließlich lässt sich selbst ein Kilo Mehrgewicht problemlos verkraften, wenn der Rucksack so komfortabel sitzt, dass du ihn kaum spürst.

Man kann nicht pauschal sagen, wie leicht oder schwer ein Rucksack sein darf, ebensowenig wie man das eine oder andere Tragesystem pauschal als besser oder schlechter bezeichnen kann. Es kommt vor allem darauf an, dass er für dich persönlich bequem sitzt und dass er zur Länge und Art deiner Tour passt.

Wasserdichte Rucksäcke

Wasserdichter Gear Pack Rucksack von OrtliebAuch hier liegt der Vorteil auf der Hand: Sie sind – wer hätte das gedacht – wasserdicht! Entsprechend ist keine Regenhülle nötig, was dir zumindest einen Ausrüstungsgegenstand erspart und dafür sorgt, dass du bei der nahenden Regenfront nicht erst den Rucksack absetzen und ihn wasserdicht einpacken musst.

Einen Rucksack vollständig wasserdicht zu konstruieren ist jedoch um einiges aufwändiger als bei den herkömmlichen Modellen. Nicht nur der Außenstoff selbst, sondern auch alle Nähte und Reißverschlüsse müssen entsprechend versiegelt werden. Wasserdichte Materialien, versiegelte Nähte und laminierte Reißverschlüsse liegen dabei im Preis höher als die Standardmaterialien – vor allem wenn sie auch noch halbwegs robust sein sollen.

Daher sind viele der wasserdichten Rucksäcke ähnlich wie die ultraleichten Modelle nur mit einem schlichten Hauptfach, Rollverschluss und Tragesystem konstruiert, um so das Eigengewicht, den Fertigungsaufwand und damit auch den Preis in Grenzen zu halten. Ob du einen wasserdichten Rucksack benötigst, hängt davon ab, welche Touren du planst (eine Kanutour stellt schließlich andere Ansprüche als die Wanderung in trockenen Regionen) und ob die Verwendung einer Regenhülle oder eines wasserdichten Packliners für dich eine Alternative sind oder nicht.

Bei den herkömmlichen Rucksäcken sind übrigens die Außenmaterialien meist auch beschichtet, damit nicht schon der erste Regentropfen sofort nach innen wandert. Bei langanhaltendem Regen oder stärkeren Schauern würde die Feuchtigkeit jedoch durch die Nähte und Reißverschlüsse nach innen gelangen, weshalb schließlich Regenhüllen oder Packliner zum Einsatz kommen.

Bushcraft oder MOLLE Rucksäcke

LJK Modular Rucksack von Savotta mit Zusatztaschen an den SeitenVor allem die Hersteller Savotta, 5.11 Tactical und Eberlestock haben hier ein großes Sortiment zu bieten. Diese besondere Rucksackform ist besonders bei Einsatzkräften, Jägern, Anglern und Bushcraftern beliebt. 5.11 Molle Rucksack mit diversen ZusatztaschenUnsere Bushcraft Rucksäcke mit einem MOLLE System (für Modular Lightweight Load-Carrying Equipment System) zeichnen sich vor allem durch zwei Eigenschaften aus: Sie sind aus extrem robusten und abriebfesten Materialien gefertigt und sie haben außen zahlreiche MOLLE Schlaufen für die Befestigung von weiterem Equipment erhalten.

An diesen Schlaufen kannst du z. B. verschiedene Zusatztaschen befestigen und dir so einen individuell ausgestatteten Rucksack zusammenstellen, der für deine Bedürfnisse genau die richtige Anzahl, Größe und Form der Fächeraufteilung bietet.

Oftmals haben sogar die Zusatztaschen selbst noch weitere Schlaufen, um darauf kleinere Täschchen oder auch kleine Gegenstände mit Karabinern zu befestigen.

Der Nachteil: Durch die extrem strapazierfähigen Materialien und die vielen Schlaufen liegt auch das Eigengewicht dieser Rucksäcke deutlich höher als bei klassischen Outdoor Rucksäcken. Allerdings sind die meisten Bushcraft-, Jagd- und Angeltouren ohnehin nicht dafür gedacht, damit täglich große Distanzen zurückzulegen, weshalb das Gewicht hier nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Fazit Rucksackvergleich:

Um für dich den passenden Rucksack zu finden, kannst du also zuerst nach der Größe, anschließend nach dem Tragesystem und zu guter Letzt nach der Ausstattung schauen.

Welcher Rucksack für dich geeignet ist, hängt dabei von der Frage ab:

  • wie lange und mit welcher Ausrüstung du unterwegs bist
  • welches Tragesystem zu dir passt
  • welche Features er mitbringen soll
  • und ob er speziell auf einen Einsatzzweck zugeschnitten sein soll

Wenn du dich schließlich für ein Modell entschieden kannst und dir noch unsicher bist, wie der Rucksack am Ende sitzen soll, kannst du in unserem Blogartikel übers Packen und die richtige Einstellung der Rucksäcke erfahren, wie du das Modell optimal auf deine Statur anpasst und wie sich der Schwerpunkt möglichst bequem setzen lässt.

Darüber hinaus kannst du natürlich auch in unserem Bonner Laden alle Modelle (mit und ohne Gewicht darin) ausprobieren und mit uns zusammen die richtige Längeneinstellung finden. Wenn Bonn für dich zu weit entfernt liegt, helfen wir dir gerne auch per E-Mail oder Telefon dabei, das passende Modell für dich zu finden!

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