Outdoor und Camping Schlafsäcke

Wenn du einen Schlafsack kaufen möchtest, steht an erster Stelle immer die Frage, welchen Temperaturbereich er abdecken soll. Dabei geben die Hersteller in der Regel drei Werte an: Komfort, Limit und Extrem. Letzteres kannst du bei deinen Überlegungen vernachlässigen, da es sich hierbei nur um die Temperaturen handelt, bei denen du in dem Schlafsack grundsätzlich ein paar Stunden überleben kannst – mit Komfort oder Schlaf hat dieser Wert nichts mehr zu tun. Die Werte lassen sich grob in Sommerschlafsäcke mit Werten ab +5°C aufwärts, in 3 Jahreszeiten Schlafsäcke zwischen +5°C und -10°C und in Winterschlafsäcke mit Werten unter -10°C einteilen.

Wie warm soll der Schlafsack sein?

Die Angaben Komfort und Limit werden mit genormten Testdummies ermittelt und spiegeln am Ende einen Richtwert wieder, bei dem die "Standard Frau" oder der "Standard Mann" bequem und ohne zu frieren durchschlafen kann. Nun ist jedem klar, dass es keine standardisierten Menschen gibt, daher solltest du die Werte zunächst auf dich übertragen.

Grundsätzlich kann man festhalten, dass Frauen in der Regel etwas schneller zu frieren beginnen als Männer, da sie rein physiologisch weniger Muskelmasse und einen entsprechend anderen Energiehaushalt besitzen, der die Körperwärme etwas weniger gut erhält. Unabhängig vom Geschlecht spielt es außerdem eine Rolle, ob du z. B. den ganzen Tag gewandert bist und abends dein Kreislauf herunterfährt oder ob du einen entspannten Campingurlaub im Liegestuhl verbringst.

Je anstrengender die Tour ist und je größer du dein persönliches Frostbeulen-Potenzial einschätzt, desto eher solltest du dich am Komfortbereich orientieren und lieber ein paar Grad mehr Wärmeleistung einplanen als erwartet. Umgekehrt kannst du dich eher am Limitbereich orientieren, wenn du erfahrungsgemäß eher ins Schwitzen gerätst und den Schlafsack in der Nacht am liebsten immer geöffnet hältst. Manche Hersteller wie Western Mountaineering oder Mountain Equipment geben zudem eigene Testwerte oder Empfehlungen an, die ein realitätsnahes und praxistauglicheres Bild widerspiegeln als die genormten Testwerte.

Damit dein Schlafsack den angegebenen Temperaturbereich auch erreichen kann, ist es zudem wichtig, die passende Größe zu wählen. Der Schlafsack darf dabei nicht so klein sein, dass du bei geschlossener Kapuze das Material unter Spannung bringst oder die Füllung zusammendrückst, da so das wertvolle Wärmepolster verloren geht. Zu viel Material und zu viele Lufträume sind ebenfalls kontraproduktiv, lassen sich allerdings leichter kompensieren – zum Beispiel mit einem Liner oder mit zusätzlicher Schlafkleidung.

Nun gibt es bei den gleichen Temperaturbereichen aber gravierende Unterschiede, je nachdem, welche Füllung und welche Außenmaterialien im Schlafsack zum Einsatz kommen.

Daunenschlafsack oder Kunstfaserschlafsack?

Wenn du den Temperaturbereich eingegrenzt hast, wirst du feststellen, dass Schlafsäcke mit Daunenfüllung und Schlafsäcke mit Kunstfasern zwar die gleichen Bereiche abdecken, aber dafür unterschiedliche Eckdaten mitbringen. Vor allem das Eigengewicht und der Preis liegen oft weit auseinander, was an den verschiedenen Eigenschaften der Füllmaterialien liegt.

Was die Leichtigkeit und Wärmeleistung betrifft, ist die Daune immer noch der ungeschlagene König. Die hauchfeinen Federchen lassen sich auf ein nahezu lächerlich kleines Packmaß komprimieren und bauschen sich nach dem Auspacken so voluminös auf, dass ein gemütliches Wärmepolster entsteht. Die Angabe cuin für Cubic Inch gibt dabei an, wie weit sich die Daune nach dem Komprimieren wieder entfaltet, also welche Bauschkraft sie besitzt.

Unterschiedliche Daunenqualitäten

Bei 650 cuin fangen die äußerst hochwertigen Daunen an und bei Werten um 850 cuin ist es einfach nur noch erstaunlich, wie wenig ein Schlafsack bei so hoher Temperaturleistung wiegen kann. Da die Daune ein Produkt tierischer Herkunft ist, legen unsere Hersteller größten Wert auf zertifizierte Daunen, die nicht aus Betrieben mit Lebendrupf stammen. Marken wie Western Mountaineering setzen sogar völlig neue Maßstäbe in Sachen Tierwohl und Nachhaltigkeit und setzen auf eine hochwertige Daune, die gar nicht gerupft, sondern gesammelt wird, während die Tiere die Stallungen verlassen.

Die synthetischen Fasern haben jedoch inzwischen aufgeholt und nähern sich der Daune immer weiter an, wie zum Beispiel die G-Loft Füllung von Carinthia. Mit feinen Hohlfasern und Spiralfasern werden die Kunstfaserfüllungen so aufgebaut, dass auch sie eine sehr gute Bauschkraft erhalten und sich klein komprimieren lassen.

Beide Materialien haben jeweils ihre eigenen Vorzüge und Nachteile. Daunen sind zu Beispiel empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, da sie bei Kontakt in sich zusammenfallen und an Bauschkraft und Wärmeleistung verlieren. Auch die Zeit, die sie zum Trocknen brauchen, ist länger als bei synthetischen Fasern.

Kunstfaserschlafsäcke sind entsprechend unempfindlicher und schnelltrocknender, bringen dafür jedoch ein höheres Eigengewicht und Packmaß mit sich und sind je nach Füllung nicht so langlebig wie Daunen.

Wenn du nun den Temperaturbereich und die gewünschte Füllsorte kennst, kannst du dich noch zwischen Deckenschlafsäcken, Schlafsack Quilts und Mumienschlafsäcken entscheiden.

Mumie, Decke oder Quilt?

Am meisten verbreitet sind die Mumienschlafsäcke, die mit ihrer schmal zulaufenden Form für optimale Wärmeleistung konzipiert sind. Hierbei entstehen keine überschüssigen Hohlräume, die du zusätzlich erwärmen musst und die durch Luftzirkulation schneller abkühlen. Dafür ist die Bewegungsfreiheit deutlich eingeschränkter als bei den rechteckigen Deckenschlafsäcken, bei denen die Wärmeleistung allerdings etwas schlechter ausfällt und die bei gleicher Wärme mehr Gewicht auf die Waage bringen.

Soll dein Schlafsack also möglichst wenig wiegen und das Maximum an Wärme bieten, ist die Mumie besser geeignet. Bei Hüttentouren und Campingausflügen, wo Gemütlichkeit und Beinfreiheit wichtiger werden als die maximale Wärmeleistung, ist die Decke die komfortablere Wahl.

Schlafsack Quilts

Neben diesen beiden Klassikern setzt sich inzwischen der Trend zum Schlafsack Quilt immer weiter durch. Die Quilts können ebenso mit Daune oder Kunstfaser gefüllt sein und sind in unterschiedlichen Formen verfügbar. Manche Modelle wie der Exped Versa sind einfache rechteckige Decken, die vor allem auf Hütten und beim Camping zum Einsatz kommen.

Andere Modelle wie der Therm-a-Rest Vesper 32 Quilt haben einen geschlossenen Fußraum, sind aber ansonsten offen, damit du gleichzeitig zuverlässig warme Füße behältst und der Rest des Körpers maximale Bewegungsfreiheit bekommt. Diese Modelle sind meist auf der Unterseite offen und werden um deine Isomatte herumgespannt – schließlich wird der untere Teil der Schlafsäcke ohnehin sehr stark komprimiert, sodass man im Grunde die Wärmeleistung an dieser Stelle auch gleich der Isomatte überlassen kann und deutlich an Gewicht spart.

Manche Produkte wie der Liteway Sleeper Quilt, der Ticket To The Moon Moonquilt oder der Therm-a-Rest Honcho Poncho sind dabei vielseitig als Decke, Poncho, Schlafsack oder Hängematten Underquilt einsetzbar.

Sind diese Eckdaten geklärt, findest du genau den passenden Schlafsack für deine Outdoor Touren und deine Statur. Um die Nächte in freier Natur noch ein wenig komfortabler zu gestalten und um die Lebensdauer deines Schlafsacks zu verlängern, gibt es noch eine große Auswahl an praktischem Schlafsack Zubehör.

Darf es noch etwas gemütlicher sein?

Ein kleines, aber umso wirkungsvolleres Zubehör für Schlafsäcke ist natürlich das passende Kopfkissen. Dabei gibt es einfache Kissenhüllen für Ultraleichtfans, die mit Kleidung gestopft als DIY Kissen dienen, aber auch luxuriöse, bequeme Kopfkissen mit Schaumstoff-, Daunen- oder Luftfüllung. Die meisten dieser Kissen sind so leicht und klein im Packmaß, dass sie auch bei langen Rucksacktouren immer einen Platz im Gepäck finden und schließlich die Nächte deutlich erholsamer gestalten.

Zu den wohl sinnvollsten und praktischsten Zubehörteilen gehören die verschiedenen Inletts und Liner. Diese Laken in Schlafsackform sind mit Seide, Baumwolle, Merinowolle oder Kunstfasern erhältlich und haben gleich mehrere Aufgaben. Als dünner Hüttenschlafsack sind sie leichter und kleiner als jedes gefütterte Modell, allerdings werden sie allein nur in heißen Regionen oder in beheizten Schlafräumen verwendet. Als schützender Liner in deinem Schlafsack erhöhen sie gleichzeitig den Temperaturbereich und den Schlafkomfort und dienen als Schweiß- und Schmutzfänger. So kannst du nach deinen Touren einfach das pflegeleichte Inlett in der Maschine waschen und musst nicht gleich den ganzen gefütterten Schlafsack reinigen.

Schließlich gibt es zudem eine große Bandbreite an schützenden Biwaksäcken oder VBL Linern, die mit ihren wasserdichten Eigenschaften dafür sorgen, dass die Füllung deines Schlafsacks nicht von außen oder innen mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt. Dieser Nässe- und Verschleißschutz ist vor allem bei Bushcraft Touren, bei Übernachtungen ohne schützendes Zelt oder bei extremen Wintertouren interessant, bei denen ein feuchter Schlafsack unangenehme bis ernste Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Wenn du noch Fragen hast oder dir unsicher bist, welcher Schlafsack der Richtige für dich ist, zögere nicht uns anzurufen, eine E-Mail zu schreiben oder direkt in unserem Bonner Laden vorbeizuschauen – wir helfen dir gerne weiter!

Outdoor Schlafsäcke für alle Jahreszeiten

Outdoor Schlafsäcke gehören für die meisten von Kindheit an zur wichtigsten Ausrüstung. Sei es bei den ersten Zeltlagern in der Schulzeit, beim Campingurlaub mit der Familie, bei der Backpacking Tour nach dem Schulabschluss oder bei allen anderen Outdoor Einsätzen, die uns eine Pause vom Alltag bescheren – der Schlafsack ist immer dabei!

Gemütliche Nachtruhe bei jedem Wetter

Dabei kannst du inzwischen für jede Jahreszeit, jede Region und jede Gewichtsklasse aus den unterschiedlichsten Modellen mit Daunenfüllung oder Kunstfaserfüllung wählen. Neben den großen, bekannten Herstellern wie Carinthia, Exped, Mountain Equipment oder Deuter bieten auch kleinere Hochkaräter wie Valandré, Western Mountaineering oder Lowland alle erdenklichen Arten von Schlafsäcken an.

Vom Kinderschlafsack für den Sommer bis zum Expeditionsmodell für arktische Temperaturen ist alles vertreten und mit dem passenden Zubehör wie den pflegeleichten Inletts, den Biwaksäcken oder Kopfkissen kannst du dir dein individuelles Outdoor Bett zusammenstellen.

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