Labor vs. Realität: Wie warm sind Schlafsäcke und Isomatten wirklich?

- Kategorie : Outdoor Ausrüstung

R-Wert, Komfort, Limit, Extrem – Wie realistisch sind die Werte?

Egal ob Zelt, Tarp, Camper oder unter freiem Himmel - im Outdooreinsatz wollen wir in jeder Wetterlage entspannt durchschlafen und brauchen dafür ein geeignetes Nachtlager. Dazu zählt neben einem bequemen Liegekomfort, der passenden Größe und einem möglichst geringen Gewicht und Packmaß natürlich auch der angemessene Temperaturbereich, damit wir nachts nicht frieren.

Um den richtigen Temperaturbereich bei Schlafsäcken und Isomatten zu finden, vertrauen wir auf die Herstellerangaben wie den R-Wert bei Isomatten oder die  Komfortbereiche bei Schlafsäcken. Diese Angaben sollen uns verraten, bei welcher Außentemperatur wir das Produkt nutzen können. Aber wie genau werden diese Werte ermittelt und wie realitätsnah sind solche Laborwerte für die Outdoorpraxis? Kann so etwas wie Kälteempfinden überhaupt in Normen gepackt und gemessen werden?

Wir dröseln einmal auf, was dir die Angaben wie R-Wert und Temperaturnorm nach EN 13537 wirklich sagen, mit welchen Methoden sie gemessen werden und wie du für dich persönlich besser einschätzen kannst, welche Produkte mit welchen Werten für dich geeignet sind. Wenn du außerdem mehr über die verschiedenen Sorten und Konstruktionen von Schlafsäcken oder Isomatten erfahren willst, findest du in den Shopkategorien und im Blog dazu passende Artikel.

Zuerst nehmen wir die Temperaturbereiche der Schlafsäcke unter die Lupe, die unabhängig von ihrer Füllung, Form und Konstruktion gemessen werden.

Was bedeuten die Temperaturangaben beim Schlafsack?

Wer nach Schlafsäcken sucht, bekommt in der Regel drei Werte vorgesetzt, den Komfort-, Limit- und Extremwert. Diese Werte werden nach einem standardisierten Testverfahren ermittelt und gehören zur europäischen "Schlafsacknorm" EN 23537-1 (vor 2017 noch EN 13537). Diese drei Werte stehen stellvertretend für drei Szenarien in der Outdoorpraxis:Schema zu Temperaturwerten beim Schlafsack

Der Komfortbereich gibt die Temperatur an, bei der eine "genormte" Frau entspannt durchschlafen kann und gerade nicht friert.

Der Limitbereich zeigt den Wert, bis zu dem ein "genormter" Mann gerade nicht friert.

Der Extrembereich zeigt, bis zu welcher Temperatur der Schlafsack die Norm-Frau noch vor dem Tod durch Erfrierung eine gewisse Zeit lang schützt.

So weit, so überall nachlesbar.

Allerdings gibt diese vielzitierte Auflistung auf viele Fragen keine Antworten. Es wird zum Beispiel nicht erläutert, wie die Begriffe "Durchschlafen" oder "Frieren" im Test definiert sind und nur selten wird erwähnt, wie genau die Norm-Frau und der Norm-Mann im Test aussehen. Wie wird also gemessen, ob diese genormten Menschen frieren oder nicht? Wieso werden nach dem Test alle drei Werte in den Produkten angegeben? Und warum existiert keine entsprechende Norm für Kinder?

Wir versuchen die europäische Norm EN 23537-1 einmal in verständliche Sprache zu übersetzen und die Details etwas besser aufzudröseln. Übrigens sind Schlafsäcke für den Militärbereich oder für Einsätze in extremen Temperaturen ab -25°C von dieser Testnorm nicht erfasst. Der Test ermittelt außerdem auch einen vierten Wert, die maximale Komforttemperatur, die jedoch kaum ein Hersteller angibt.

Und das aus gutem Grund: schließlich ist es kein Problem, den Schlafsack bei zu warmen Temperaturen in der Nacht zu öffnen oder ihn im Zweifel ganz beiseite zu legen. Der Maximalwert in die andere Richtung ist hingegen deutlich wichtiger, da zu kalte Temperaturen schneller zu gesundheitlichen Problemen führen können - und sich der Schlafsack bei Kälte ohne zusätzliche Ausrüstung wie Inletts oder mehr Kleidung auch nicht so leicht anpassen lässt wie durch das simple Öffnen des Schlafsacks bei Wärme.

Wie werden die Temperaturen bei Schlafsäcken gemessen?

Als Testpuppe für den oberen Komfortwert dient eine Puppe, die sich an der durchschnittlichen weiblichen Statur orientiert Für die Ermittlung der Normwerte gibt es zwei verschiedene Testpuppen: Die genormte Frau mit 60 kg Körpergewicht und 1,60 m Größe sowie der Norm-Mann mit 70 kg Gewicht und 173 cm Größe. Beide sollen ein theoretisches Alter von 25 Jahren haben. Diese Puppen werden mit langer Unterwäsche und einer Mütze ausgestattet und in einem klimatisch kontrollierten Raum in den Schlafsack gelegt.

Für die Komfort- und Limitwerte gilt ein Zeitraum von 8 Stunden als "Durchschlafen", wobei für den Komfortwert in Rückenlage und für den Limitwert in eingerollter Haltung gemessen wird. Der Extremwert bezieht sich auf eine Dauer von sechs Stunden, in denen die Testpuppe "überlebt". Beim Extremwert hat dieses Überleben allerdings nichts mehr mit irgendeiner Art von Komfort zu tun – auch lokale Erfrierungen sind innerhalb der 6 Teststunden des Extrembereichs möglich.

Für den Komfortbereich dient die Norm-Frau in Rückenlage als Ausgangspunkt der Messung. Die Puppe wird auf Körpertemperatur erwärmt und anhand mehrerer Sensoren lässt sich feststellen, wie sich die Temperatur an den verschiedenen Körperregionen im Laufe der Zeit entwickelt. Kann die Puppe über 8 Stunden hinweg im Schlafsack bleiben, ohne dass die Temperatur zu stark absinkt und der Körper sich mit Kältezittern wieder aufheizen müsste, liegt die zu dieser Zeit herrschende Außentemperatur noch im Komfortbereich.Die Testpuppe nach männlicher Statur wird in eingerollter Lage getestet

Nach dem gleichen Prinzip wird die Norm-Mann-Puppe in eingerollter Haltung über 8 Stunden für den Limitwert beobachtet und schließlich wieder die Norm-Frau für sechs Stunden, um den Extrembereich zu ermitteln.

Schon hier zeigt sich also, dass für eine Kaufentscheidung im Grunde nur der Komfortwert aussagekräftig ist. Zumindest können wir aus der Praxis berichten, dass uns bisher noch nie die Anfrage "Guten Tag, ich suche einen Schlafsack, in dem ich in eingerollter Haltung mit Mütze und langer Unterwäsche gerade so nicht friere" begegnet ist.

"Ich suche einen Schlafsack, in dem ich endlich nicht mehr friere!", haben wir im Gegenzug schon häufiger gehört. Ein gemütliches Nachtlager, in dem wir entspannt durchschlafen können, ist immerhin die Grundvoraussetzung dafür, dass der Körper sich von den Strapazen des Tages erholen kann. Auch wenn daher für die meisten Menschen nur der Komfortbereich interessant ist, gibt es dennoch gute Gründe, dass die Hersteller auch den Limit- und Extrembereich mit angeben. 

Wozu alle 3 Werte und warum keine Angaben für Kinder?

Gerade weil das Temperaturempfinden so individuell und von vielen Faktoren abhängig ist, ist es sinnvoll, eine Bandbreite und keinen starren Einzelwert anzugeben. So können sich auch die erfahrenen Outdoorer orientieren, die z. B. festgestellt haben, dass der angegebene Komfortwert für sie immer ein wenig zu warm ist. Der Extrembereich sollte zwar nicht als Planungsgrundlage für die Touren herangezogen werden, aber für viele ist es dennoch interessant, die Leistung des Schlafsacks für den Fall einer unerwarteten Extremwetterlage grob abschätzen zu können.

Warum außerdem keine Werte für Kinder ermittelt werden, lässt sich recht einfach erklären. Zunächst einmal ist schon der Begriff "Kind" zu ungenau, da hier zum Beispiel der Dreijährige ebenso gemeint sein kann wie die Elfjährige. Auch ändern sich Faktoren wie Größe und Gewicht in den vielen Jahren des Wachstums permanent, sodass es unzählige Abstufungen geben müsste. Daher kann es schon nicht die eine, genormte Kinder-Testpuppe geben.

Darüber hinaus haben Kinder ein völlig anderes Verhältnis von Körpergröße zu Oberfläche (die Wärme abgibt) und Körpergewicht, eine weniger ausgeprägte Wärmekontrolle und auch das Temperaturempfinden ist häufig ein anderes als bei Erwachsenen, weshalb die Werte nicht einfach auf Kinder heruntergerechnet werden können. Und zu guter Letzt werden aus ethischen Gründen keine Tests in Klimakammern an Kindern oder gar Säuglingen durchgeführt. Manche Hersteller geben aus eigener Erfahrung höchstens grobe Orientierungswerte an, damit z. B. zwischen einem reinen Sommerschlafsack und einem Modell für etwas kühlere Nächte unterschieden werden kann.

Wie aussagekräftig sind also Komfort, Limit und Extremwert?

Der Test bietet schon eine recht gute Methode, um sich dem sehr individuellen Thema des Temperaturempfindens zu nähern und überhaupt einmal einheitlich und objektiv messbare Daten zu liefern. Die allermeisten Outdoorer werden sich allerdings nicht in der vorgegebenen Norm in Sachen Gewicht, Alter und Größe wiederfinden und zudem spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle. So bieten die Werte immer nur eine grobe Orientierung, die man angepasst an seine eigene Statur und sein Empfinden sowie an ein paar äußere Bedingungen betrachten muss.

Personen, die:

  • fitter sind,
  • jünger sind
  • männlich sind
  • mehr Muskelmasse haben
  • gut gegessen haben
  • einen aktiven Stoffwechsel haben
  • es gewohnt sind, draußen zu schlafen
  • keine anstrengende Etappe hinter sich haben

werden in der Nacht grundsätzlich schon weniger frieren als Personen die:

  • wenig trainiert sind
  • wenig trainiert sind
  • älter sind
  • weiblich sind
  • weniger Muskelmasse haben
  • hungrig sind
  • einen eher trägen Stoffwechsel besitzen
  • sehr selten draußen schlafen
  • eine anstrengende Etappe hinter sich haben

Die Umgebung spielt beim Temperaturempfinden eine große Rolle wie hier beim offenen TarpWer zudem wenig schwitzt, beeinträchtigt die Füllung des Schlafsacks weniger durch die Feuchtigkeit und wer und sich wenig bewegt, drückt weniger aufgewärmte Luft heraus. Dazu kommen noch Faktoren wie die Passform und Ausstattung des Schlafsacks, ob von außen noch Wind oder Nässe dazu kommt, usw. Ein zu großer oder zu enger Schlafsack wirkt sich zum Beispiel negativ auf die Wärmeleistung aus, während Features wie ergonomische Kapuzen und Fußboxen, ein körpernaher Schnitt, gefüllte Abdeckleisten am Reißverschluss oder ein Wärmekragen sich positiv auswirken.

Wir sehen also, dass im Grunde nur der Komfortwert einen halbwegs zuverlässigen Anhaltspunkt dafür gibt, in welchem Bereich der Schlafsack seine beste Leistung zeigt. Manche Hersteller geben aus eigener Erfahrung oder eigenen Tests auch noch einen selbst ermittelten Idealwert an oder unterscheiden noch zusätzlich zwischen einem Komfortwert für Männer und einem für Frauen.

Darüber hinaus solltest du aber bei der Einschätzung der Temperaturen auch daran denken, dass Komfort- und Limitwert immer nur angeben, bis zu welcher Außentemperatur die Testpuppe nicht friert, es handelt sich also um einen maximalen Temperaturwert, den der Schlafsack noch schafft. Wenn du also bei deinen Touren erwartest, dass die Außentemperaturen zwischen +5°C und 0°C liegen, solltest du keinen Schlafsack mit einem Wert dazwischen auswählen, sondern ein Modell, dessen Komfortwert bei 0°C oder darunter liegt.

In jedem Fall solltest du deinen Schlafsack nicht mit zu knapp geschätzten Werten auswählen und immer mit einrechnen, dass die körperlichen Strapazen beim Wandern, Radfahren, Klettern usw. ihren Tribut fordern und dass viele Faktoren den Komfort- und Limitbereich einschränken können. Auch solltest du die Passform deines Schlafsacks immer so auswählen, dass er möglichst körpernah sitzt, ohne einzuengen. Auf diese Art und Weise entstehen keine großen Leerräume, die durch vermehrte Luftzirkulation für Abkühlung sorgen und umgekehrt wird die Schlafsackfüllung auch nicht durch eine zu enge Passform komprimiert und dadurch in ihrer Isolationsleistung beeinträchtigt.

Und schließlich nützt auch der wärmste Schlafsack nichts, wenn nach unten hin keine geeignete Isolation durch eine passende Isomatte erfolgt. Daher widmen wir uns als nächstes dem R-Wert, mit dem die Isolationsleistung der Matten angegeben wird.

Wie wird der R-Wert getestet?

R-Wert schematischer Testaufbau und einheitliche ASTM Regeln

Der R-Wert steht für den Wärmedurchlasswiderstand und gibt vereinfacht gesagt an, wie stark eine Schicht – in unserem Fall die Isomatte – Widerstand gegen den Wärmestrom von einer Seite zur anderen leistet. Je höher dieser Widerstand, desto schwerer hat es die Wärme oben auf der Matte, in Richtung Boden zu wandern. Der R-Wert ist also eine fest definierte Größe, die sich in ihrer "Übersetzung" in bestimmte Temperaturbereiche auch nach den neuen Testverfahren nicht verändert hat.

Was sich jedoch 2020 verändert hat, sind die Bedingungen, unter denen die Testverfahren durchgeführt werden, die den R-Wert ermitteln. Das Testverfahren an sich war zwar auch vorher schon recht ähnlich (siehe unten), wobei die Parameter wie der Fülldruck der Isomatte und die getesteten Temperaturen von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich waren.

Die American Society for Testing and Materials hat die Voraussetzungen in ihrem einheitlichen Standard nun allgemein festgelegt, sodass du nun sichergehen kannst, dass alle Matten mit einem R-Wert nach dem ASTM-F3340-18 Standard unter gleichen Bedingungen getestet wurden und optimal miteinander verglichen werden können.

Wie sieht ein Testverfahren für den R-Wert aus?

Um den oben beschriebenen Widerstand zu messen, den eine Isomatte dem Wärmestrom entgegensetzt, wird sie zwischen zwei Platten geklemmt, wobei die obere konstant erwärmt und die untere gekühlt wird. Gemessen wird nun, wie viel Energie nötig ist, um die warme Temperatur der oberen Platte beizubehalten. Je besser eine Matte isoliert und je höher ihr R-Wert ist, desto weniger Energie braucht die obere Platte und in der Praxis unser Körper, um eine konstante Temperatur beizubehalten.

Tabelle mit R-Werten und dazugehörigen TemperaturangabenDer neue ASTM-F3340-18 Standard hat für dieses Testverfahren nun einheitlich festgelegt, unter welchem Druck, bei welchen Temperaturen und unter welchen äußeren Bedingungen diese Platten eingesetzt werden und die hoch der Fülldruck der getesteten Matte sein muss. Dadurch wird sichergestellt, dass bei allen Matten, die den Standard verwenden, unter gleichen Bedingungen gemessen wurde.

Wie aussagekräftig ist der R-Wert?

Der R-Wert gibt schon eine sehr präzise Einschätzung zur Isolationsleistung einer Isomatte wieder, jedoch ist er ebenso wie die gemessenen Temperaturwerte der Schlafsäcke kein perfekter Spiegel der Realität – das wäre in einem standardisierten Testverfahren auch nicht umsetzbar. Auch bei der Isomatte spielen schließlich individuelle Faktoren eine Rolle, die das Temperaturempfinden in der Nacht beeinflussen können.

So haben wohl die wenigsten Outdoorer eine plattenähnliche Statur, die konstant mit 200 kg Druck auf die Isomatte mit genormtem Fülldruck wirkt. Auch die Größe der Isomatte, der verwendete Schlafsack und die Wetterlage haben in der Praxis einen großen Einfluss auf unser Kälteempfinden, selbst wenn sie den R-Wert der Matte nicht verändern.

In der Praxis heißt das: Du erfährst mit der R-Wert Angabe, was deine Matte grundsätzlich im Neuzustand zu leisten imstande ist, jedoch musst du selbst auf ein paar Dinge achten, damit die Matte diese Leistung auch erreichen kann. Und wie auch beim Schlafsack solltest du bei der Auswahl nicht nur die erwarteten Außentemperaturen in der Umgebung deiner Outdoortouren einrechnen, sondern auch die körperliche Erschöpfung und weitere Faktoren mit einbeziehen und immer eine Reserve mit einplanen.Isomatte mit weiterer Unterlage

Im Unterschied zum Schlafsack ist es schließlich bei der Isomatte noch schwieriger, den Temperaturbereich zu beeinflussen. Im Schlafsack können wärmende Liner oder notfalls mehr Klamotten noch für ein kleines Plus an Wärme sorgen, während bei Isomatten im Grunde nur weitere Unterlagen wie leichte EVA-Matten den Temperaturbereich nach unten hin erweitern können.

Wird ein hoher R-Wert zu warm im Sommer?

Wenn die Temperaturen steigen, gibt es mehrere Möglichkeiten, für Abkühlung zu sorgen. Du kannst zunächst Kleidungsschichten ausziehen, den Schlafsack öffnen und für mehr Belüftung sorgen. Die Isomatte hält mit steigendem R-Wert die Körperwärme davon ab, in Richtung des kühleren Bodens zu wandern. Daher kann sich eine Matte mit niedrigerem R-Wert tatsächlich kühler anfühlen, da überschüssige Wärme besser abgeleitet werden kann.

Aber auch hier solltest du bedenken, dass Schwitzen nicht so schnell gesundheitliche Konsequenzen mit sich bringt wie ernsthaftes Auskühlen. Außerdem steht der R-Wert eher mit einem unteren Temperaturlimit in Relation und gibt nicht in die andere Richtung an, ab wann es zu warm werden würde.

Daher hilft bei der Entscheidung nur, deine Touren, die du mit der jeweiligen Isomatte machen möchtest, vorab einzuschätzen. Suchst du zum Beispiel die eine Matte für alles, die du beim Sommercamping ebenso mitnehmen kannst wie bei der Trekkingtour im Herbst? Oder planst du eine Winterexpedition und brauchst spezielle Anforderungen, die nur für eine bestimmte Art von Tour geeignet sind?

Wie bei jeder Ausrüstung, die die Temperaturregulierung zur Aufgabe hat, kannst du eben entweder einen Allrounder oder speziell zugeschnittene Produkte bekommen – Der Allrounder wird entsprechend bei extrem warmen oder kalten Temperaturen schwächeln, der Spezialist ist von vorneherein auf eine Klimabedingung wie extreme Kälte zugeschnitten und eignet sich nicht so gut für das andere Extrem.

Fazit Temperaturangaben bei Schlafsäcken und Isomatten

Die Testverfahren haben gezeigt, dass die ermittelten Temperaturwerte einen guten Anhaltspunkt für die Suche nach der passenden Ausrüstung bieten, aber nicht als absoluter Wert für sich alleine stehen können. Einige individuelle Faktoren und äußere Einflüsse sollten bei der Entscheidung berücksichtigt werden.

Für deine Suche nach dem geeigneten Setup mit Schlafsack und Isomatte sind also der R-Wert und der Komfortwert gute Ausgangspunkte, die du jedoch mit Blick auf deine persönlichen Bedürfnisse auswählen solltest. Beim Schlafsack solltest du dich am Komfortwert orientieren und vor allem den Extremwert nicht zur Einschätzung des Schlafkomforts einbeziehen.

Gemütlich durchschlafen funktioniert nur mit ausreichend warmer AusrüstungAußerdem ist der Limitwert eher für diejenigen als Einschätzung geeignet, die durch ihre Outdoorerfahrung schon festgestellt haben, dass sie bei einer Orientierung am Komfortwert ständig nachts ins Schwitzen geraten und besser mit den niedrigeren Werten zurechtkommen. Der Extremwert ist hingegen nur interessant, wenn du wissen willst, ob du etwa 6 Stunden unter dem Risiko von Erfrierungen und anderen gesundheitlichen Schäden gerade noch nicht an Unterkühlung stirbst – wie gesagt: mit Komfort hat dieser Wert nichts mehr zu tun.

Wer auch noch anstrengende Etappen erwartet, eher schnell friert, weniger Outdoor Erfahrung hat oder sich schlichtweg unsicher ist, sollte sich nicht nur an den Komfortwerten Orientieren, sondern auch das Modell mit den höheren Werten (also für niedrigere Außentemperaturen) bevorzugen. Im Zweifelsfall lässt sich eine zu warme Nacht schließlich deutlich besser in den Griff bekommen als eine durchfrorene Nacht. Und wer sich bei höheren Komfortwerten um das schwerere Eigengewicht des Schlafsacks sorgt, kann mit den unterschiedlichen Füllmaterialien, Schnitten und Konstruktionen wie Quilts das Gewicht des Schlafsacks trotzdem reduzieren, ohne auf Wärme verzichten zu müssen.

Ein erholsamer Schlaf ist zu guter Letzt extrem wichtig, um fit für die körperlichen Anstrengungen auf längeren Touren zu sein und um das Outdoorleben richtig genießen zu können. Daher solltest du die Wahl deiner Outdoor Schlafstätte nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wir hoffen, mit den Erklärungen deine Suche nach Schlafsäcken und Isomatten etwas leichter zu gestalten!

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