Bushcraft Ausrüstung: Leben und Überleben in freier Natur
Der Begriff Bushcraft überschneidet sich in vielen Bereichen mit dem klassischen Survival-Begriff und auch mit der Pfadfinderei. Bei allen drei Fomen des Outdoor Lebens geht es darum, sich mit den naturverbundenen Kenntnissen und Fähigkeiten ohne hochmoderne Hightech Ausrüstung in freier Wildbahn zurechtzufinden und dort für eine gewisse Zeit nicht nur zu überleben, sondern zu leben.
Wir bieten dir hochwertige Marken wie Carinthia, Tasmanian Tiger, Hilleberg, Savotta, Outdoor Research, Exped oder Bushcraft Essentials. Wenn du Bushcraft Ausrüstung kaufen möchtest, sollst du dich schließlich uneingeschränkt auf die Qualität und Strapazierfähigkeit verlassen können.
Warum sollte ein zivilisierter Mensch sich überhaupt in die Büsche schlagen?
Wer seinen Alltag hauptsächlich vor kleinen und großen Bildschirmen, hinter dem Steuer des Autos und in klimatisierten Büroräumen verbringt, stellt häufig beim Waldspaziergang oder beim Tag am See wieder fest, dass der Mensch eigentlich in die Natur gehört. Je weiter das alltägliche Leben von der Natur entfernt ist, desto gestresster werden wir.
Bushcraft ist eine bewusste Gegenbewegung, die Erholung und Naturverbundenheit fernab der breiten Wege, befestigten Strände und Duschmünzen sucht. Nichts als grüne Bäume, klare Seen und Flüsse, frische Luft, Ruhe und atemberaubende Aussichten.
Keine Selfiesticks, kein Telefonklingeln und garantiert keine "Habt ihr hier auch WLAN?"-Fragen. Klingt das nicht doch auch ein bisschen verlockend?
Auf einer Skala von 1 bis Bear Grylls: wie extrem ist Bushcraft?
Auch wenn der Begriff Bushcraft bei uns noch weniger verbreitet ist, stellen sich die meisten eher die extreme Survival Variante darunter vor, wie sie gerne auch im Fernsehen gezeigt wird. Der typische Bushcrafter muss jedoch nicht zwingend ein unrasierter Eremit mit wildem Blick sein, der sich nur mit einem Kampfmesser bewaffnet den Naturgewalten entgegenstellt.
Abgesehen davon, dass es hierzulande wohl nicht gern gesehen würde, wenn plötzlich Axtschwingenden Höhlenbewohner durch die Wälder streifen und dabei die heimische Tierwelt zu Kleidung und Essen verarbeiten.
Es geht vielmehr darum, auch ohne Vorräte und Hightech-Ausrüstung die elementaren Bedürfnisse wie Essen, Schlafen und ein warmes Plätzchen erfüllen zu können. Das Thema Bushcraft versucht, zum Beispiel die Fähigkeiten der Nahrungssuche, des Feuermachens und die Errichtung einer bequemen Schlafstätte wieder zurückzuholen und – zumindest für einen gewissen Zeitraum – wieder in der freien Natur leben zu können.
Für Neulinge ist es ratsam, zu Beginn in der Nähe des eigenen Zuhauses zu bleiben oder zumindest die nächste Siedlung nicht zu weit entfernt zu wissen. So kannst du dich langsam an das Leben in der Natur gewöhnen, deine Grenzen kennenlernen und im schlimmsten Fall schnell Hilfe erhalten. Eine gute Vorbereitung ist in jedem Fall unverzichtbar und so solltest du dich in folgenden Bereichen schlau machen:
Schlafen, Essen, Feuer machen
Wer fernab von Supermärkten und Herbergen unterwegs ist, muss vor allem drei wichtige Bereiche beherrschen: Schlafen, Essen und Feuer machen. Wärme, Kalorienzufuhr und ein erholsamer Schlaf sind die wichtigsten Voraussetzungen, um sich für längere Zeit und anspruchsvolle Touren bei Kraft zu halten und natürlich auch um die Schönheit der Natur in vollen Zügen genießen zu können.
Feuer machen und Feuer beherrschen
Ein loderndes Lagerfeuer ist nicht nur dazu da, damit der Bushcrafter sich wärmen und stundenlang in die Flammen starren kann – auch wenn beides zu einem gelungenen Outdoor Abenteuer natürlich dazugehört. Vor allem aber ist das Feuer die Grundlage, um stärkendes Essen und heiße Getränke zuzubereiten.
Bevor du dich allerdings am Feuer machen selbst versuchen kannst, steht die Suche nach dem richtigen Brennstoff auf dem Plan. Gerade in den Wäldern steht glücklicherweise ein natürlicher Vorrat an Holz, Moos, Blättern und anderer brennbarer Biomasse zur Verfügung. Als Backup zum Kochen dient außerdem zusätzlicher Brennstoff wie Esbit, Spiritus, Benzin oder Brennpaste.
Offene Feuerstellen sind in den meisten Gebieten verboten, deshalb empfehlen sich entweder die minimalistischen Spiritusbrenner mit passendem Topfstand und Windschutz, faltbare Holzöfen oder so genannte Hobo Kocher, die mit Holz betrieben werden.
Vor allem letztere bieten mehr Sicherheit im Umgang mit dem Feuer und stärkeren Schutz vor möglichem Funkenflug. Darüber hinaus werden auch Rückstände wie Asche auf einen möglichst kleinen Raum begrenzt. Schließlich ist auch die "Leave no trace"-Philosophie eng mit Bushcraft verbunden.
Zu guter Letzt fehlt nur noch der zündende Funke. Wer es absolut ursprünglich haben möchte, kann sich beispielsweise ein Bowdrill-Kit bauen und mit Geduld und genug Reibung die Flammen erzeugen. Immer noch ursprünglich, aber deutlich komfortabler in der Handhabung sind Hilfsmittel wie Zündstahl, die das Brennmaterial durch extrem heiße Funken entzünden, die auch bei Feuchtigkeit fliegen.
Alles in allem bricht sich jedoch kein Bushcrafter einen Zacken aus der Krone, wenn er schlicht und ergreifend mit Feuerzeug oder Streichhölzern loszieht. Es kommt ganz darauf an, wie groß die gewünschte Herausforderung sein soll.
Aber egal, welcher Brenner und welche Anzündmethode du wählst: Achte stets darauf, das Feuer im Zaum zu halten um dich selbst und deine Umgebung zu schützen. Gerade in den trockenen Sommermonaten kann ein einziger Funke sonst gravierende Auswirkungen haben!
Wie man sich bettet…
… so liegt man, lautet das Sprichwort. In der freien Natur gibt es für den Bushcrafter viele verschiedene Möglichkeiten, sich zu betten. Wichtig ist es in jedem Fall, sich vor Nässe, Kälte und Wind zu schützen, ohne dabei auf das einzigartige "Schlafen unter freiem Himmel"-Gefühl verzichten zu müssen. Aus diesem Grund findet man in der Kategorie Bushcraft so gut wie keine Zelte, sondern überwiegend Tarps und Biwaksäcke.
Der Begriff Tarp ist die Kurzform von Tarpaulin und wird als Synonym für Zeltbahn oder Zeltplane verwendet. Dabei gibt es nicht nur die minimalistischen Varianten für ein oder zwei Wanderer, sondern auch größere Tarps, unter denen gleich ganze Gruppen Platz finden.
Eine sehr minimalistische Alternative zu Tarp und Zelt stellen die vielfältigen Biwaksäcke da. Dabei gibt es vom hauchdünnen Notfall-Biwaksack bis hin zu ultrarobusten Modellen inklusive Gestände die unterschiedlichsten Abstufungen. Wenn du einmal keinen Wetterschutz brauchst, dich aber in der Nacht nicht ungeschützt dem Krabbeln und Surren der Insekten aussetzen willst, gibt es außerdem spezielle Moskitonetz-Biwaksäcke.
Diese sind im Grunde aufgebaut, wie ein minimalistisches Innenzelt, in welchem du mit einer Isomatte und Schlafsack ungestört schlafen und dabei den Sternhimmel betrachten kannst. Durch die hervorragende Belüftung wirst du in dieser Variante auch kaum Probleme mit Kondenswasser, allerdings auch keinen Schutz vor Kälte haben.
Entspannt abhängen in freier Natur
Zu guter Letzt kann auch die Hängematte als Bushcraft-Nachtlager dienen. Dabei gibt es zum Beispiel Varianten, die mit einem Moskitonetz für ungestörte Nachtruhe sorgen. Auch Kombinationen mit einem Tarp als schützendes Regendach sind möglich. Allerdings muss auch hier dazu gesagt werden, dass die Hängematten keine Wärmeisolation bieten und so eher für den Einsatz im Sommer gedacht sind. Auch musst du hierbei natürlich eine entsprechende Umgebung vorfinden, die die Befestigung der Hängematte erlaubt.
Du siehst, das Bushcraft ein äußerst vielseitiges Themenfeld ist, in dem es nicht die eine, einzig wahre Methode gibt. Sei es das Feuer machen, der Bau eines Nachtlagers oder die Suche nach Essen – du bestimmst selbst, in welchem Tempo du die Herausforderungen angehst. Du kannst deine Ausrüstung mit steigenden Kenntnissen schließlich immer weiter reduzieren und so kein unnötiges Risiko eingehen. Falscher Ehrgeiz kann hierbei mehr als ungemütlich werden und dir dadurch die Freude am Bushcrafting verderben.
Am Anfang ist es in jedem Fall empfehlenswert, dich nicht zu weit entfernt von Zuhause aufzuhalten, um im Notfall nicht völlig auf dich allein gestellt zu sein. Aber denke bei allem daran, dass das Leben in unberührter Natur nur dann Freude bereiten kann, wenn sie auch weiterhin möglichst unberührt bleibt. Versuche, keine Spuren zu hinterlassen und die einheimische Tier- und Pflanzenwelt mit Respekt und Rücksicht zu behandeln.