Outdoor Kochgeschirr im Vergleich

Veröffentlicht am: 26.03.2019 15:38:49
Kategorien : Outdoor Ausrüstung

Outdoor Kochgeschirr im Vergleich

Kochen, Braten, Kaffee trinken

Wenn du nach Kochtöpfen, Pfannen und Kesseln für den Outdoor Bereich suchst, wirst du vor allem drei Materialien finden: Edelstahl, Aluminium und Titan. Dabei stellt sich neben den preislichen Unterschieden natürlich die Frage, welches Metall dem Kochgeschirr welche Eigenschaften verleiht und wo die jeweiligen Nachteile liegen.

Dass sich Kochgeschirr aus Titan, Alu und Edelstahl bis heute gleichermaßen durchsetzen konnte, liegt schließlich daran, dass je nach Tour die eine oder andere Variante mit ihren ganz speziellen Eigenschaften von Vorteil ist.

Wir wollen dir bei deiner Suche helfen und fassen zusammen, wie sich beim Geschirr die Materialien und Formen in den Punkten Wärmeleitfähigkeit, Eigengewicht, Packmaß, Stabilität und praktischer Handhabung beim Kochen unterscheiden. Dabei haben wir uns neben den drei großen Vertretern des Outdoor Kochgeschirrs auch die Sonderformen angeschaut, die entweder mit unterschiedlichen Beschichtungen versehen sind oder gleich aus unterschiedlichen Metallsorten zusammengesetzt wurden.

Aber auch die Größe, Form und Ausstattung des Geschirrs ist jeweils für unterschiedliche Einsatzzwecke besser oder schlechter geeignet. Daher findest du am Ende des Artikels nach dem Materialvergleich auch einen kurzen Ratgeber, welche Topfform, welche Größe und welches Zubehör für deine Touren die beste Wahl ist.Keith Titan Set

Titan

Kochgeschirr aus Titan hat seit seiner Entdeckung für den Outdoor Bereich eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte hinter sich. Was kaum verwunderlich ist, musste man sich doch lange Zeit zwischen schwerem Edelstahl oder leichtem, aber empfindlichen Aluminium entscheiden. Kochgeschirr aus Titan brachte den goldenen Mittelweg und ist bis heute mit seiner robusten Bauart und seinem extrem geringen Eigengewicht so beliebt. Inwiefern die anderen Materialien jedoch zum Teil aufgeholt haben, erfährst du weiter unten.

Der erste große Vorteil von unbeschichtetem Outdoor Geschirr aus Titan ist sein winziges Eigengewicht, vor allem wenn man es ins Verhältnis zur Stabilität des Materials bringt. Vor allem, wenn die Kochausrüstung während der Tour im Rucksack transportiert werden muss, ist Titan oft das Material der Wahl – egal, wie viele Personen verpflegt werden müssen.

So bringt zum Beispiel der große Evernew 5,8 Liter Topf gerade einmal 550 g auf die Waage. Aber auch bei kleineren Größen macht das Titan einen erheblichen Gewichtsunterschied (besonders im Vergleich mit Edelstahl) aus. Der MSR Titankessel mit 2 Litern Volumen wiegt z. B. nur 165 g, das Keith Titan Topfset mit 800 ml Topf und Pfanne, erreicht zusammengerechnet nicht einmal die 180 g Marke und die Titan Pfanne von Toaks ist mit unter 50 g Gewicht kaum noch im Rucksack wahrzunehmen.

Toaks 1100 Pot PfanneSo übertrifft Titan oftmals sogar Geschirr aus Aluminium in Sachen Eigengewicht, wobei Alu als Rohstoff zunächst einmal sogar leichter ist. Da Titan jedoch eine höhere Stabilität aufweist, kann man hieraus Töpfe, Pfannen und Kessel mit dünneren Wänden und weniger Gewicht herstellen, ohne dass die Konstruktion zu labil wird.

Neben diesen Vorteilen bringt Titan in der unbeschichteten Variante jedoch einen Nachteil mit sich: Beim Braten ist die Gefahr größer, dass etwas anbrennt. Das liegt an der verhältnismäßig schlechten Wärmeleitfähigkeit des Materials. Dadurch wird zum Beispiel mit einem Gaskocher der Topf oder die Pfanne aus Titan punktuell sehr heiß und bleibt am äußeren Rand kühler, was schneller zum Anbrennen führt. Ein unbeabsichtigter Vorteil der schlechten Leitfähigkeit ist jedoch, dass das Geschirr aus Titan nicht so schnell auskühlt und damit den Inhalt des Topfes länger warmhält.

Dafür gestaltet sich die Reinigung etwas umständlicher, sofern etwas im Topf angebrannt ist. Falls du jedoch überwiegend Wasser kochst, die gleichmäßige Erhitzung über eine entsprechend breite Hitzequelle gewährleistest und beim Braten mit erhöhter Aufmerksamkeit vorgehst, ist Titan eine extrem leichte und langlebige Lösung für deine Outdoorküche, die zudem rostfrei, hygienisch und gesundheitlich unbedenklich und geschmacksneutral ist. Auch säurehaltige oder salzige Speisen machen dem Material nichts aus. Da die Verarbeitung von Titan jedoch recht aufwändig ist, bringt das Titan Kochgeschirr in der Regel auch einen etwas höheren Preis mit sich.

Fazit Titan

  • Extrem leicht
  • Extrem robust
  • Geschmacksneutral und hygienisch
  • Schlechter Wärmeleiter und höheres Anbrenn-Risiko
  • Eher hochpreisig

Damit ist unbeschichtetes Kochgeschirr Titan die richtige Wahl, wenn dir Gewicht und Robustheit am Herzen liegen und du entweder überwiegend Wasser kochst oder in Kauf nimmst, dass beim Braten erhöhte Aufmerksamkeit gefordert ist, um dem Risiko des Anbrennens entgegenzuwirken.

Aufgrund seiner Nachteile hat Titan inzwischen immer stärkere Konkurrenz von Geschirr aus Aluminium bekommen, wobei es sich um eine besondere Art der Verarbeitung von Aluminium handelt.Alb Forming One Person Set

Aluminium

Kochgeschirr aus Aluminium war lange Zeit die einzige Alternative, wenn es um rucksacktaugliche Gewichte ging. Nachdem einige Studien jedoch zeigten, dass hohe Konzentrationen von Aluminium, die über die Nahrung aufgenommen werden, möglicherweise in Verbindung mit Alzheimer und anderen Erkrankungen stehen können (Ergebnisse von Untersuchungen an Tieren), geriet das Material pauschal in Verruf.

Ungehärtetes Aluminium

Wie bei nahezu allen potenziell schädlichen Dingen, kommt es jedoch auch beim Aluminium auf die Dosis an, schließlich nehmen wir es auch in geringen Mengen über die Nahrung auf. Geschirr aus Aluminium ist daher keine grundsätzliche Gefährdung für die Gesundheit. Das Metall in unbehandelter bzw. nicht anodisierter Form hat jedoch seine Besonderheiten und um ganz sicher zu gehen, kannst du zwei grundlegende Tipps befolgen:

  • Aluminium reagiert mit säure- und salzhaltigen Lebensmitteln. Wenn du überwiegend Mahlzeiten kochst, bei denen solche Zutaten zum Einsatz kommen (zum Beispiel Milchreis, Gerichte mit Tomatensoßen, Früchten oder marinierten/eingelegten Lebensmitteln), solltest du eher auf andere Metalle oder auf anodisiertes Aluminium zurückgreifen (mehr Info weiter unten).
  • Aluminium kann durch Metallbesteck oder zu grobe Handhabung zerkratzen und dadurch in Form von kleinen Spänen ins Essen gelangen. Verwende also besser Besteck aus Holz oder Kunststoff.Trangia 27 Set

Wer überwiegend Wasser für den Kaffee oder Tee kocht, der kann sich ruhig mit leichten Töpfen aus Aluminium eindecken, auch ohne die oben genannten Punkte ständig vor Augen haben zu müssen. Bei Modellen wie dem klassischen Trangia Sturmkocher Set bekommst du zum Beispiel eine gehärtete Ultraleichtversion aus Aluminium. Alternativ gibt es die Töpfe aber auch noch aus einem Aluminium mit besonderer Verarbeitung.

Wenn dir also das herkömmliche Aluminium zu empfindlich oder zu heikel ist, gibt es inzwischen eine weitere Lösung, die sogar dem Titan Konkurrenz macht: Hartanodisiertes oder eloxiertes Aluminium.

Hartanodisiertes Aluminium

Eine Erklärung vorab: Mit den Begriffen (hart-)eloxiert oder (hart-)anodisiert ist das Gleiche gemeint. Das so genannte Eloxal-Verfahren bezeichnet die elektrolytische Oxidation von Aluminium und hat seinen Namen schlichtweg durch die jeweiligen Anfangsbuchstaben erhalten. Da es sich bei diesem Oxidations-Verfahren um eine anodische Oxidation handelt, setzte sich neben der Eloxierung auch der Begriff Anodisierung durch.

UCrux Terra Weekend Topfm es kurz und auch für den Nicht-Chemiker verständlich zu umreißen: Das Aluminium wird hierbei in eine leitende Flüssigkeit (wie z. B. bestimmte Säuren) gegeben und in einen Stromkreislauf hineingebracht. Unter dem Einfluss des Stroms verändert sich die oberste Schicht des Aluminiums, wird härter und widerstandsfähiger und dient am Ende als Schutz vor Korrosion und Schäden.

Dabei erklärt sich auch der Unterschied zwischen dem „normalen Eloxieren und dem Harteloxieren (oder eben Hartanodisieren). Der Zusatz „Hart bezeichnet im Grunde nichts anderes als eine deutlich höhere Stromstärke, die bei diesem Prozess eingesetzt wird, sodass die Schutzschicht am Ende dicker und langlebiger ist.

Geschirr aus hartanodisiertem Aluminium wie das Optimus Crux Lite Solo Kocherset, das Alb Forming Alu Camping Kochset oder das Primus LiTech Topfset reagieren daher nicht mehr mit Säuren oder Salzen und sind bedeutend kratzfester und langlebiger als die unbehandelte Variante – aber weiterhin extrem leicht und mit einer vergleichsweise sehr guten Wärmeleitfähigkeit ausgestattet. Aber da auch dieses Verfahren einen gewissen Aufwand mit sich bringt, liegt der Preis in der Regel höher als bei den unbehandelten Varianten oder bei Edelstahl.Primus Litech Set

Fazit Aluminium

  • Extrem leicht
  • Sehr guter Wärmeleiter
  • In der anodisierten Form extrem robust
  • In der anodisierten Form geschmacksneutral und unbedenklich
  • Nicht-anodisierte Form reagiert mit Säuren und Salzen
  • Nicht-anodisierte Form ist kratzempfindlich
  • Mittel- bis hochpreisig

Outdoor Geschirr aus Aluminium gehört also nach wie vor zu den leichtesten Versionen und ist zudem mit einer sehr guten Wärmeleitfähigkeit ausgestattet. Wer nicht nur Wasser kocht, ist in der Regel jedoch mit den hartanodisierten Aluminiumtöpfen besser beraten und braucht sich dabei keine Gedanken zu machen, ob sein Essen nun zu viel Säure enthält und ob das Kochbesteck die Oberfläche zerkratzen könnte.

Wenn es nicht auf jedes Gramm im Rucksack ankommt, ist aber auch Edelstahl nach wie vor eine interessante Alternative, die zwar ein wenig mehr wiegt, aber dafür andere Vorteile mit sich bringt.Alb Forming Edelstahl Set

Edelstahl

Es hat seinen Grund, warum auch die meisten Kochtöpfe im Haushalt aus Edelstahl bestehen. Das Material ist in der Regel rostfrei, dabei hygienisch und gesundheitlich absolut sicher, geschmacksneutral und robust wie kaum ein anderes Material. Während es in der heimischen Küche aber ziemlich egal ist, wie viel so ein Topf auf die Waage bringt, gelten beim Outdoor Geschirr strengere Richtlinien.

Grundsätzlich ist Edelstahl in jedem Fall schwerer als Titan oder Aluminium. Je nach Modell und je nach Verarbeitung des Kochtopfes fällt dieser Gewichtsunterschied größer oder kleiner aus, sodass man nicht pauschal sagen kann, dass Töpfe aus Edelstahl immer zu schwer für die Rucksacktour sind.

Ein Vergleich: Der 900 ml Kochtopf von Solo Stove ist aus Edelstahl gefertigt und bringt zusammen mit seinem Deckel und Packsack rund 252 g auf die Waage. Modelle aus Titan in vergleichbarer Größe wie der Vargo 900 ml Topf oder der Snow Peak 900 ml Topf wiegen ungefähr 100 g weniger. Für Ultraleicht-Fans sind 100 g gefühlt so viel wie ein zweiter zusätzlicher Rucksack, für den Bushcrafter liegen sie noch weit unterhalb der überhaupt spürbaren Gewichte. Und bei allen dazwischen kommt es einfach darauf an, wie viel bisher im Rucksack gelandet ist und ob diese beispielhaften 100 g Gewichtsunterschied noch im Rahmen sind oder eben nicht.

Edelstahl Geschirr und Rucksacktauglichkeit schließen sich also nicht aus und das Material punktet vor allem im rauen Outdoor Alltag mit seiner beinahe unzerstörbaren Stabilität. Dafür bringt es neben dem hEdelstahl 625ml Topföheren Eigengewicht leider eine verhältnismäßig schlechte Wärmeleitfähigkeit mit.

Fazit Edelstahl

  • Extrem robust, unempfindlich und langlebig
  • Geschmacksneutral und unbedenklich
  • Vergleichsweise günstiger Preis
  • Eher schwer
  • Eher schlechter Wärmeleiter

Outdoor Geschirr aus Edelstahl ist schließlich perfekt, wenn es intensiv genutzt wird, nicht zu viel kosten soll und dafür ein paar Gramm mehr wiegen darf. Vor allem bei Gruppenreisen, Pfadfinderlagern und Bushcraftern ist Kochgeschirr aus Edelstahl wie die MSR Alpine Edelstahltöpfe beliebt, weil das Material auch einen rauen Umgang problemlos mitmacht und für eine lange Zeit treue Dienste leistet.

Schließlich bringen so alle drei Materialien ihre Vor- und Nachteile mit. Eine Möglichkeit, um die jeweiligen Nachteile auszugleichen, sind zum Beispiel beschichtete Versionen oder andere Sonderformen des Outdoor Kochgeschirrs.

SonderformenTrangia Duossal Topf

Duossal

Eine immer beliebtere Sonderform sind Kochtöpfe und Pfannen aus dem so genannten Duossal Material. Dabei hat der Hersteller Trangia einfach die Vorteile von Aluminium und Edelstahl in einem einzigen Material verbunden. Außen hat das Kochgeschirr das gut leitende und leichte Aluminium bekommen, während die Innenseite aus dem gesundheitlich und hygienisch unbedenklichen und kratzfesten Edelstahl gefertigt ist. Zusammen ergeben beide Metalle ein leichtes Geschirr, das nur wenig mehr auf die Waage bringt als Aluminium, aber leichter ist als reiner Edelstahl.

Dabei bietet Trangia sowohl das ganze Kochset mit Sturmkocher als auch die einzelnen Töpfe und Pfannen aus dem Duossal Material an.

Non-Stick KochtöpfeOptimus Non Stick Kochset

Darüber hinaus lassen sich Nachteile wie Kratzempfindlichkeit oder höheres Anbrenn-Risiko auch mit Beschichtungen ausgleichen. Grundsätzlich wird dabei entweder auf Teflon oder Keramik zurückgegriffen. Teflon ist dabei die etwas günstigere Variante, die jedoch empfindlicher auf Metallbesteck reagiert als die etwas teurere Keramiklösung. Beispiele hierfür sind zum Beispiel das Optimus Terra Topfset mit Teflon Beschichtung und auf der anderen Seite Modelle wie der Evernew Nonstick Deep Pot mit Keramikbeschichtung. Bei allen Antihaftbeschichtungen solltest du vorsichtig mit dem Besteck und bei der Reinigung vorgehen, damit du möglichst lange Freude daran haben kannst.

Petromax Dutch OvenGusseisen

Zu guter Letzt gibt es noch eine vierte Materialvariante neben den großen drei Vertretern, die sich jedoch kaum ein Mensch freiwillig in den Rucksack packen würde: das Gusseisen. Bei Kochtöpfen aus diesem Material sind die Gewichtsangaben aus gutem Grund nicht in Gramm, sondern in Kilo erfasst. Das Material, wie es zum Beispiel bei den Petromax Feuertöpfen mit Füßen und ohne Füße zum Einsatz kommt, sprengt jeden Gewichtsvergleich – bringt dafür aber andere Vorteile mit. Wie der Name vermuten lässt, stören sich die Feuertöpfe nicht daran, direkt auf das lodernde Lagerfeuer gestellt zu werden. Die dicken Wände der Töpfe speichern die Wärme langfristig und geben sie gleichmäßig rundherum ab, was vor allem für die schonende Zubereitung von Lebensmitteln von Vorteil ist.

Outdoor Töpfe aus Gusseisen sind daher vor allem bei langfristigen Aufenthalten oder für den heimischen Garten sehr beliebt, bei denen die Töpfe nicht so weit und so lange getragen werden müssen und dafür ein besonders rustikales Kocherlebnis mitbringen.

Nachdem nun die Materialauswahl ausführlich geklärt ist, bleibt nur noch die Frage nach der richtigen Form und Größe deines Kochgeschirrs.

Form, Größe und Ausstattung

Wenn du nun dein Material der Wahl gefunden hast, musst du bei der großen Auswahl an Modellen nur noch überlegen, welche Größe, welche Form und welche Ausstattung du haben möchtest.Vargo Bot

Mini-Kochtopf oder großer Kessel?

Bei der Wahl der richtigen Größe steht natürlich an erster Stelle die Frage, wie viele Personen mit dem Kochgeschirr versorgt werden wollen und wie das Gepäck bei eurer Tour aufgeteilt wird. Bringt jeder sein eigenes Geschirr mit? Trägt einer die Outdoorküche für die ganze Gruppe und wird dafür bei der übrigen Ausrüstung entlastet? Und wird nur das Kaffeewasser oder ein ganzes Menü gekocht?

Alb Forming 10 Liter TopfDas Kochgeschirr ist von minimalistischen Sologrößen mit 300 bis 400 ml Volumen bis hin zum riesigen Hexenkessel mit 10 Liter Fassungsvermögen erhältlich. Wer nur Wasser kocht und/oder möglichst leicht unterwegs sein möchte, schaut sich entsprechend nach kleineren Modellen um. Für Solotouren, bei denen auch Mahlzeiten gekocht werden, sollte sich je nach gewähltem Essen eher an den Töpfen um die 1 Liter herum orientieren. Und bei größeren Gruppen ist es in jedem Fall eine Gewichtsersparnis, statt vieler kleiner Töpfe auf wenige größere zu setzen, sofern sicher ist, dass auch immer gemeinsam gekocht wird und sich die Gruppe unterwegs nicht trennt.

Je nachdem, welchen Kocher du mitnimmst und wie du dein Kochgeschirr verwendest, machen unabhängig von der Größe zudem entweder hohe und schmale oder flache und breitere Töpfe Sinn.Montbell 600ml Topf

Die passende Form des Kochtopfs

Wenn du die passende Größe deines Kochgeschirrs ermittelt hast, kannst du noch aus verschiedenen Formen wählen. Dabei kommt es zum einen darauf an, welche Getränke oder Mahlzeiten du zubereiten willst, welchen Kochertyp du einsetzt und wozu du den Kochtopf außerdem verwenden willst.

Keith 680ml TopfsetAufschraubkocher haben einen eher hohen Schwerpunkt und sind (zumindest ohne Kartuschenstandfuß) etwas wackeliger. Hoch geschnittene Töpfe verstärken dieses Problem im Unterschied zu flacheren Modellen. Bei Spinnenkochern oder Benzinkochern, die niedrig am Boden stehen, tritt dieser Effekt schließlich nicht so stark auf.

Aber auch die Breite des Flammenbildes deines Kochers kannst du bei der Wahl der Breite deines Topfes mit einbeziehen – vor allem in Abhängigkeit davon, wie gut dein gewähltes Material die Hitze leitet. Ein Kocher mit schmaler Flamme kann zum Beispiel bei einem breit geschnittenen Topf aus schlecht leitendem Material nicht so effizient heizen wie mit einem schmaleren Modell aus gut leitendem Material.

Wenn du Kochgeschirr mit eher geringem Volumen besitzt, kannst du es außerdem auch als Essgeschirr verwenden. Dabei sind die Töpfe je nach Form entweder besser als Tasse, als Schüssel oder tiefer Teller geeignet und du kannst vorab überlegen, welche Nutzung für dich am besten passt. Und zu guter Letzt kannst du die Form und Größe deines Kochgeschirrs auch danach auswählen, welche Teile du bereits besitzt und wie gut sich die Neuankömmlinge in die anderen Töpfe und Pfannen nesten lassen.

Ausstattung und Zubehör

Bei der Ausstattung der Töpfe kannst du schließlich noch überlegen, ob dir die leichten, klappbaren Griffe lieber sind oder ob du auf eine flexible Griffzange setzt, die zwar mehr Stauraum benötigt, dafür aber flexibel einsatzbar ist und keine isolierende Ummantelung benötigt, um deine Finger vor der Hitze zu schonen. Für die Verwendung über dem Lagerfeuer mit einem Dreibein macht hingegen ein Topf mit entsprechendem Henkel Sinn.

Wer regelmäßig Nudeln oder vergleichbare Lebensmittel kocht, für den ist ein Topf mit dazugehörigem Siebdeckel sinnvoll, mit dem sich das Kochwasser einfach abschütten lässt. Für Kaffeejunkies und Teefreunde gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Pressen oder Filtersystemen, mit denen die Heißgetränke frisch aufgebrüht werden können.

Und unabhängig vom Inhalt des Topfes kann es bei jeder Tour hilfreich sein, wenn du eine entsprechende Isolationshülle dabei hast, die entweder den Inhalt länger warmhält oder deine Hände beim Trinken und Essen vor zu viel Hitze und Verbrennungen schützt.

Fazit KochgeschirrSolo Stove 3 Pot Set

Welches Kochgeschirr am Ende in dein Gepäck wandert, hängt also davon ab, wie und was du kochen möchtest. Die wichtigsten Eigenschaften der drei Varianten sind zusammengefasst:

  • Titan ist extrem leicht und robust, aber ein schlechterer Wärmeleiter
  • Aluminium ist extrem leicht, ein sehr guter Wärmeleiter, aber nur in der gehärteten oder hartanodisierten Form unempfindlich und robust.
  • Edelstahl ist extrem robust und preiswert, aber ein schlechterer Wärmeleiter und im Vergleich schwerer.

Daher werden bei Touren mit dem Rucksack eher Modelle aus Titan oder hartanodisiertem Aluminium mitreisen, während Pfadfinder-Ausflüge, Bushcraft Touren oder Campingurlaube auch mit Edelstahl hervorragend versorgt sind, wenn nicht täglich weite Strecken zurückgelegt werden.

Wenn du noch Fragen zum Outdoor Kochgeschirr hast oder Unterstützung bei deiner Entscheidung brauchst, rufe und an, schreibe eine E-Mail oder besuche uns in Bonn in unserem Laden – wir helfen dir gerne bei der Auswahl der richtigen Kochtöpfe, Pfannen und Kessel weiter!

Siehe alle Kommentare (2)

Julia


04.06.2020 14:54:38

Guter Beitrag! Zu erwähnen wäre aber noch, das man das normale Aluminium selber Eloxieren kann. Ganz einfach den Topf voll Wasser und einen guten Schuss Essigkonzentrat rein. Ich nehme immer eine gute Menge, damit das Wasser wirklich richtig sauer ist, einfach mal den Finger rein und abschmecken. Es macht aber keinen zu fiel zu nehmen, damit vergiftet man sich nur wenn es kocht und verdampft, dann das ganze zum Kochen bringen, etwa 10 Minuten. Alles weg gießen und mit frischen Wasser auffüllen, das ganze jetzt wieder aufkochen und ca. 60 Minuten kochen lassen, dabei immer wieder nachfüllen so das der Topf bis oben gefüllt bleibt. Nach kurzer Zeit, sieht man wie das Alu immer dunkler wird, es kann sogar fast schwarz werden, das macht aber nichts, es ist ja genau diese Schicht die wir haben wollen. Bein Putzen mit einem harten Schwamm kann es passieren das diese Schicht sich dort abreibt wo man zu hat scheuert, wenn die Kratzer zu viel werden, kann man einfach den ganzen Prozess noch mal starten, dann schließen sich die Kratzer wieder. Nachteile, der Topf sieht immer dreckig auf, die Farbe ist nicht gleichmäßig und auch noch von Topf zu Topf unterschiedlich, das liegt wohl einerseits an der Hitzeverteilung und der Materialstärke sowie Aluzusammensetzung. Auch ist die Beschichtung schwächer wenn der Topf Größer ist, ich vermute einfach mal es ist die Wärme die dann fehlt. Mein 4L Topf ist nur leicht angelaufen, meine 2x 1L Töpfe mit dünnem Alu sind fast schwarz. Nur mal so zum Vergleich. Fazit es ist eine sehr einfache Methode die man immer wieder erneuern kann. Wer hat Lust auf einen Versuch? Theorie, man müsste mal einen Alu-Topf bis zum Rand mit Essig füllen, nicht kochen, eine Nacht stehen lassen, und dann abgießen und mit Wasser auskochen so wie oben beschreiben, möglicherweise erhöht das die Gleichmäßigkeit. Wer also Lust hat das mal zu probieren, dann los. Ich hingegen komme seit Jahren mit meiner Methode ganz gut zurecht, auch wenn sie nicht 100% ist, so beschichtet sie das Alu trotzdem.

Skywalker


17.04.2020 09:49:56

Sehr hilfreiche Erläuterungen. Vielen Dank!

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