Was hilft wirklich gegen Mücken?
Mücken, Zecken, Bremsen und Moskitos gehören zu den lästigen Begleiterscheinungen des Sommers. Juckende Stiche können einem den letzten Nerv rauben, ganz zu schweigen von der Gefahr durch die vielen Krankheiten, die über einen Insektenstich übertragen werden können.
Glücklicherweise gibt es viele Möglichkeiten, sich vor den Plagegeistern zu schützen und auch nach einem Stich für schnelle Linderung zu sorgen.
Wir fassen einmal zusammen, welche Mückenabwehrmittel es gibt, wie sich die Wirkstoffe unterscheiden und welche Risiken es unbedingt zu beachten gilt. Manche der Stoffe sind zum Beispiel äußerst giftig für deine Haustiere oder können deine Kleidung, Brillen und andere Accessoires beschädigen.
Physische Barrieren gegen Insekten wie stichsichere Kleidung oder Moskitonetze lassen wir an der Stelle außen vor und konzentrieren uns auf den direkten Schutz der Haut.
Wenn du einen allgemeinen Überblick zum Thema möchtest, der sich auch mit Moskitonetzen und Mückenschutzkleidung beschäftigt, kannst du dir unseren Blogartikel zum Thema Insektenschutz anschauen.
Effektiver Schutz vor Mücken, Zecken und anderen Insekten
Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Wege, wie Mückenschutzmittel für die Haut dich vor Insekten schützen:
- Sie nutzen bestimmte Geruchsstoffe als Tarnung
- Sie beinhalten Nervengifte, die Insekten nach Kontakt abtöten
In der ersten Variante sorgen bestimmte Gerüche dafür, dass wir von den Insekten nicht länger als potenzielle Beute erkannt werden. Das funktioniert entweder über eine Überdeckung des eigenen Geruchs oder über eine Blockierung der Geruchsrezeptoren bei den Insekten.
Gleichzeitig haben manche Gerüche nicht nur eine tarnende, sondern zusätzlich eine abstoßende Wirkung auf die Mücken, sodass sie die Nähe zur Quelle dieses Geruchs meiden wollen und sofort flüchten.
Wirkstoffe in Mückensprays, Lotionen und Roll-Ons
Die aktuell als am wirksamsten getesteten Mittel gegen Mücken und Zecken sind Icaridin, DEET und PMD. Alle drei Stoffe funktionieren nach dem ersten der oben genannten Wirkprinzipien und sorgen dafür, dass wir gar nicht erst in Kontakt mit den Mücken, etc. kommen.
Diese Wirkstoffe sind manchmal auch unter anderen Namen zu finden. PMD (Para-Menthan-3,8-diol) kennt man zum Beispiel auch unter Citriodiol oder Zitroneneukalyptus-Öl. Den Wirkstoff Icaridin findet man auch unter Picaridin oder dem Markennamen Saltidin.
Ein weiteres bekanntes und sehr effektives Mittel, was die Geruchsorientierung der Insekten stört und uns als Beute vor ihnen tarnt, ist DEET (Diethyltoluamid). Der exakte Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt, sicher ist aber, dass es über die Geruchs- und Geschmacksrezeptoren der Insekten wirkt und diese abwehrt.
DEET gilt als besonders effektiv, vor allem für Hochrisikogebiete für Erkrankungen wie Malaria, wird aber (je nach Land) nicht für Kinder, Schwangere und Frauen in der Stillzeit empfohlen.
Permethrin ist ein Vertreter des zweiten Wirkmechanismus und sorgt bei Kontakt dafür, dass Insekten gelähmt werden und absterben. Permethrin wird allerdings nicht direkt auf die Haut aufgetragen, sondern zur Imprägnierung von Kleidung oder Moskitonetzen verwendet.
Aber Vorsicht: Bei der Verwendung von DEET und Permethrin gibt es Risiken zu beachten, vor allem für Katzen!
Produkte von bekannten Firmen wie Autan, Anti Brumm oder NoBite verwenden dabei übrigens nicht immer den gleichen Wirkstoff, sondern je nach Produktvariante mal Icaridin, mal PMD und mal DEET.
Das bei uns erhältliche Sjö&Hav wirkt über PMD (Citriodiol), Das Pharmavoyage Biovectrol Tropique enthält 50 % DEET und Alternativen von der Marke Wilma wie das Beck Olja oder die Nordic Summer Creme wirken über den stark überdeckenden Geruch von Kiefern-Pech Öl (der stark an den Geruch von Räucherschinken erinnert).
Wie lange wirken die Mittel und wie oft muss ich den Schutz auffrischen?
Wie lange die verschiedenen Mittel vor Mücken, Zecken, usw. schützen, hängt einerseits von ihrer Konzentration, andererseits von den äußeren Umständen ab. Wenn du viel schwitzt oder zwischendurch baden gehst, lässt der Schutz entsprechend schneller nach und sollte aufgefrischt werden. Beachte dabei, dass du mit den meisten Mückenabwehrmitteln auf der Haut nicht in natürlichen Gewässern schwimmen solltest.
Die längste Wirkungsdauer findet sich bei DEET in 50 % Konzentration mit bis zu 10 Stunden. Mittel mit Icaridin in 20 % Konzentration schützen bis zu 8 Stunden und PMD hat meist eine Wirkdauer von 4 bis 6 Stunden.
Permethrin als Imprägnierung von Kleidung oder Moskitonetzen hält in der Regel bei eigener Anwendung bis zu 6 Wochen, bei professioneller Behandlung vom Werk aus durch den Hersteller mehrere Monate (auch abhängig von der Nutzung und der Häufigkeit der Wäschen).
Welche Mückenmittel können für Haustiere gefährlich werden?
Achte bei der Wahl deiner Mückenabwehrmittel – egal ob für die Haut, Imprägnierung für Kleidung oder Mückenstecker für die Steckdose – immer auf einen Sicherheitsabstand und auf Kontaktvermeidung zu (Haus-) Tieren und zu natürlichen Gewässern, da zum Teil schwere neurologische Schäden und Vergiftungen bei den Tieren entstehen können!
Hochgiftig für Katzen und für manche Hunderassen sind Mittel wie DEET und Permethrin. Das bedeutet, du darfst deine Haustiere nach dem Auftragen der Mittel auf keinen Fall berühren, da sie das Mittel sonst über die Fellpflege aufnehmen können.
Auch solltest du mit einem solchen Mittel auf der Haut keinesfalls in natürlichen Gewässern baden gehen, da DEET auch für Wasserorganismen sehr giftig ist.
Mittel wie Icaridin oder PMD sind deutlich weniger problematisch und weniger toxisch, aber auch nicht völlig unbedenklich und sollten daher nicht direkt in Kontakt mit den Tieren kommen. Um deine Haustiere vor Insekten zu schützen gibt es eigene, spezielle Produkte.
Auch Mückenschutzstecker für die Steckdose zuhause, die oft mit Bioziden wie Pyrethroiden arbeiten sind übrigens gefährlich für Haustiere und können schwere Vergiftungen auslösen.
Weitere Risiken der Mückenschutzmittel
Alle genannten Wirkstoffe sollten keinesfalls in die Augen gelangen oder in Kontakt mit Schleimhäuten geraten. Wirkstoffe wie DEET können allergische Reaktionen, Reizungen oder ähnliche Hautreaktionen hervorrufen. Ein weiterer Nachteil von DEET ist seine Eigenschaft, Kunststoffe anzugreifen.![]()
Falls du Produkte mit DEET verwendest, lass sie nicht in Kontakt mit Brillenbügeln, Schmuck, Smartwatches oder Smartphones oder synthetischer Kleidung gelangen, da ansonsten die Oberfläche angegriffen und beschädigt werden kann.
Die ätherischen Öle des PMD Wirkstoffes wirken stark augenreizend, deshalb kann das Mittel selbst dann zu Brennen in den Augen führen, wenn du die Augenpartie aussparst. Für das Gesicht is also besondere Vorsicht geboten und genügend Abstand zur Augenpartie erforderlich. Auch PMD kann außerdem allergische Reaktionen auslösen.
Icaridin kann in seltenen Fällen zu Hautreizungen oder Missempfindungen wie Brennen oder Kribbeln führen, gilt in der Regel jedoch als sehr gut verträglich.
Was hilft am besten nach einem Mückenstich?
Wenn nun alle Vorkehrungen gescheitert sind und es doch eine Mücke geschafft hat, dich mit einem Stich zu belästigen, gibt es im Grunde drei verschiedene Möglichkeiten zur Linderung der unangenehmen Folgen.
Gegen Schwellungen und gerötete Haut kann Kühlen grundsätzlich hilfreich sein. Bestimmte Salben wie z. B. die Sjö&Hav Sommarsalva After-Bite Salbe haben eine kühlende und hautberuhigende Wirkung.
Interessanterweise hilft jedoch nicht nur Kühlung, sondern in vielen Fällen auch eine kurze, gezielte Hitzeeinwirkung.
So genannte Mückenstifte, Stichheiler oder Hitzestifte wie der rechts abgebildete Bite Healer von Nitecore entwickeln für wenige Sekunden einen Hitzeimpuls mit ca. 50-60°C.
Nicht so heiß, dass es die Haut verbrennt, aber spürbar heiß. Die meisten dieser Stifte haben auch zwei verschiedene Modi, entweder unterschiedlich hohe Temperaturen oder unterschiedliche Dauer des Hitzeimpulses.
Alternative Mückenstifte funktionieren mit einem elektronischen Impuls wie bei einem Piezozünder am Feuerzeug oder Gaskocher. Der Wirkmechanismus ist hier ähnlich wie bei den Hitzestiften.
Wie funktionieren Mückenstifte mit Hitze?
Es ist noch nicht vollständig geklärt, welcher Mechanismus genau dafür sorgt, dass der Hitzeimpuls den Juckreiz im Keim ersticken kann. Es gibt allerdings drei plausible Wirkmechanismen, die bisher gut erforscht wurden und die vermutlich hier zum Tragen kommen.
- Zerstörung der Proteine im Insektengift
- Unterdrückung der Histaminausschüttung
- Blockierung der Reizweiterleitung durch Aktivierung anderer Rezeptoren
Das erste Prinzip beinhaltet, dass Eiweiße ab einer Temperatur von 40°C und mehr anfangen, zu denaturieren, also ihre Struktur irreversibel zu verändern.
Da das Immunsystem des Körpers auf die Proteine im Mückengift reagiert, sorgt eine Zerstörung dieser Proteine für ein Ausbleiben der Immunreaktion und damit des Juckreizes.
Das zweite Prinzip besagt, dass der Hitzeimpuls die so genannten Mastzellen im Körper beeinflusst, die normalerweise nach einem Stich Histamin ausschütten – was die Ursache für den Juckreiz ist.
Die Hitze soll dafür sorgen, dass weniger Histamin ausgeschüttet wird und damit der Juckreiz gelindert wird.
Das dritte Wirkprinzip erklärt, dass die Hitze eines Mückenstifts bestimmte Nervenrezeptoren in der Haut aktiviert. Während diese Rezeptoren die wahrgenommene Hitze (und damit verbunden den leichten empfundenen Schmerz) an das Hirn weiterleiten, ist keine Kapazität mehr für die Weiterleitung des Juckreizes vorhanden.
Die Meldung "es juckt" wird also unterdrückt. Ein ähnlicher Effekt entsteht übrigens auch dann, wenn wir juckende Stiche kratzen, da der leichte Schmerz des Kratzens ebenfalls die Weiterleitung des Juckreizes überlagert. Kratzen ist allerdings keine Alternative zum Hitzestift, da die Kratzbewegung das Gift der Insekten nur weiter verteilt, so die juckende Fläche vergrößert und außerdem die Gefahr für Entzündungen oder Infektionen besteht.
Fazit Mückenschutz für die Haut
Mit einer zuverlässigen Vorsorge kannst du dir die lästigen Nebenwirkungen von Mückenstichen ersparen und die warmen Tage des Jahres deutlich entspannter genießen.
Achte bei der Wahl unbedingt darauf, dass dadurch kein Risiko für Tiere in deiner Nähe entsteht und schütze deine Kleidung und Wertgegenstände vor eventuellen Schäden durch DEET.
Mit einer Salbe und/oder einem Mückenstift kannst du die Folgen von Mückenstichen lindern oder im besten Fall sogar ganz verhindern, dass ein Juckreiz überhaupt entsteht.
